Verfasst von: ah | März 11, 2012

Berlin: Neubaufieber statt Wohnungspolitik

Steigende Mieten in der Innenstadt. Kann Neubau die Bestandsmieten dämpfen? (IBB-Wohnungsmarktbericht 2011)

Während Mieter/innen aus zahlreichen Stadtbezirken gegen den Abriss preiswerter Wohnungen, Räumungsklagen im Zuge von Modernisierungsarbeiten und Umwandlungen in Eigentumswohnungen aufbegehren, hat sich eine Allianz von Politik, Bauwirtschaft und Expert/innen formiert, die eine Lösung für alle Probleme präsentiert: Neubau, möglichst viel Neubau.

Aus der Kritik der verfehlten Wohnungspolitik der vergangenen Jahre hat sich in den letzten Monaten eine Neubau-Lobby formiert, die anders als die bisherige Koalition der Ignoranz um die ehemalige Stadtentwicklungssenatorin (Junge Reyer: “es gibt keinen angespannten Wohnungsmarkt”) die realexistierenden Probleme von Mieterhöhungen und Verdrängungsprozessen nicht mehr leugnet, sondern sogar Lösungen verspricht. Oder besser gesagt: eine Lösung verspricht. Das neue Zaubermittel gegen die Wohnungskrise in Berlin heißt: Neubau.

In einem regelrechten Überbietungswettbewerb haben die neue Regierung (6.000 neue Wohnungen pro Jahr), die Wohnungsmarktexperten von empirica (10.000 neuen Wohnungen pro Jahre) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (12.000 neue Wohnungen pro Jahr) die Zielgrößen zur Lösung der Wohnungsfrage in Berlin ausgerufen. Begründet werden die notwendigen Neubauaktivitäten mit den steigenden Einwohner- und Haushaltszahlen, die den Nachfragedruck auf den Berliner Wohnungsmarkt verstärken. Ulrich Pfeiffer vom Marktforschungsinstitut empirica bringt die Position der Neubau-Lobbyisten in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel auf den Punkt:

Keine wohnungspolitische Strategie kann den Übergang in einen neuen Marktausgleich ohne Spannungen und Preissteigerungen bewältigen. Auf die aus unterschiedlichen Gründen steigende Nachfrage gibt es nur die eine soziale Antwort: “bauen, bauen, bauen”.

So sinnvoll der Neubau von Wohnungen bei anhaltenden Wanderungsgewinnen erscheint – so wenig trägt er zur Lösung der aktuellen Probleme bei den Bestandsmieter/innen bei. Ein Blick auf die Mietentwicklung verschiedener Baualtergruppen zeigt, Neubau ist immer deutlich teurer als ältere Wohnungen. Selbst die geförderten Wohnungen liegen weit über dem Durchschnitt.

Neubau ist teuer: Bestandsmietentwicklung verschiedener Baualterklassen

Wer Verdrängungsprozesse verhindern will, braucht nicht nur neue Wohnungen, sondern vor allem einen wirksamen Schutz der preiswerten Mieten im Bestand. Doch ein Blick auf die Argumentationen der Neubau-Lobby zeigt: es geht gar nicht um preiswerte Mieten oder eine mieterfreundliche Politik, sondern ums Geschäft.

Worum es beim Neubau geht

Bei der Analyse der aktuellen Debattenbeiträge wird schnell deutlich, dass es bei den ausgerufenen Neubauzielen gar nicht um die Versorgung mit preiswerten Mietwohnungen geht. Laut Tagesspiegel etwa wird die Prognose des BBSR (12.000 Wohnungen) von Matthias Waltersbacher, Projektleiter Wohnungsmarkt wie folgt begründet:

… die Prognose (…) begründete Waltersbacher auf einer vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) veranstalteten Tagung mit dem “Defizit an Wohneigentum” in der Stadt: “Wir sehen in Berlin einen deutlichen Trend zum Eigentum.” Dieser Wunsch, so Waltersbacher, lasse sich im Wesentlichen durch Neubau erfüllen.

Matthias Klussmann, Vorsitzender des Bundes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BWF) in Berlin/Brandenburg erklärt auf der selben Tagung das Geheimnis hinter den nun steigenden Neubauzahlen und warnt auch gleich vor zu vielen Neubauten. Denn die würden letztendlich die Preise verderben:

Er erinnerte an den “Schweinezyklus” beim Wohnungsbau in Berlin: In einzelnen Jahren nach der Wende seien über 30.000 Wohnungen pro Jahr errichtet worden. Auf diese Weise sei ein Überangebot entstanden, das zu einem Einbruch der Bautätigkeit geführt habe. Vor diesem Hintergrund plädierte Klussmann dafür, “eine Richtung einzuschlagen, die nachhaltig ist”. Das vergangene Jahr habe bereits eine deutliche Zunahme der Bautätigkeit nicht nur von Eigentums-, sondern auch von Mietwohnungen gezeigt. Denn bei Mieten von zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter, wie sie Eigentümer mittlerweile im Stadtzentrum durchsetzen könnten, lohne sich der Bau von Mietwohnungen wieder.

Noch mal zum mitschreiben: Neubauten lohnen sich, weil die Mieten gestiegen sind – fällt diese Bedingung weg, ist auch der Neubau für Investoren nicht mehr attraktiv. Oder mit anderen Worten: Der Markt hat gar kein Interesse an einem ausgeglichen Wohnungsangebot.

Diese hier offenherzige vorgetragene Logik der Immobilienwirtschaft dürfte den sogenannten Wohnungsmarktexperten von empirica eigentlich bekannt sein. Dies hindert den ChefideologenAufsichtsratsvorsitzenden des Forschungsinstitutes nicht, in einem ausführlichen Gastbeitrag im Tagesspiegel ins Horn der marktradikalen Deregulierung zu stoßen: “Ein regulierter Wohnungsmarkt ist keine Lösung“.

Seine Argumente lesen sich wie das kleine Einmaleins der Immobilienwirtschaft – wenn der Markt aus den Fugen gerät steht der Schuldige schon fest: der Staat.

1.) Die aktuellen Preissteigungen sind gar keine Markteffekte, sondern das Erbe der staatlich subventionierten Wohnungsbaus der Vergangenheit.

Dieser Betriebsunfall der Überproduktion entstand durch völlig überzogene Subventionen aus dem lange zurückliegenden Bauboom der späten 90er Jahre.Damals wurde die Produktion in überzogener Reaktion auf die Knappheiten nach der Hauptstadtentscheidung zeitweise auf 30.000 Wohnungen pro Jahr hochgetrieben bei damals gleichzeitig starker Suburbanisierung. Das drückte die Mieten bis etwa 2007 unter ein marktwirtschaftliches Gleichgewichtsniveau.

2.) Die geringe Neubauleistung der vergangenen Jahre ist nicht auf die Investoren zurückzuführen, sondern auf die Mietregulationen im Bestand.

Die Mietspiegel dämpften die Mietentwicklung. Das Schlüsselthema “Verbesserung der Rahmenbedingungen für weit mehr Neubau, insbesondere Verbesserung der Ertragserwartungen” wurde verdrängt. (…) Zugunsten der Mieter will der Senat stattdessen die künftigen Mieterhöhungsmöglichkeiten im Rahmen des Vergleichsmietensystems dämpfen. Statt maximal 20 Prozent Steigerung in drei Jahren soll es nur noch 15 Prozent in vier Jahren geben. Ein Investor wird Wohnungsbau jedoch nur dann realisieren, wenn die Anfangsmieten einschließlich der erwarteten künftigen Steigerungen zusammengenommen in seinem Planungszeitraum eine ausreichende Rendite erbringen.

3.) Jeder weitere Eingriff in die Mietpreisentwicklung ist Gift für die Neubauaktivitäten.

Es gibt nur eine Realität: Die schon eingetretene Verknappung wird die Mieten weiter nach oben treiben und muss leider hingenommen werden. Dagegen mit gesetzlicher Preisdämpfung zu drohen, erschwert es, die Knappheit zu überwinden.

4.) Vereinbarungen zu Mietbergenzungen im Bestand der kommunalen Wohungsunternehmen sind sozial ungerecht und lassen in anderen Marktsegmenten die Mieten steigen.

Ähnlich unsinnig sind Vereinbarungen, die Mieterhöhungen der kommunalen Wohnungsunternehmen zu deckeln. Das begünstigt und beruhigt zwar die kommunalen Mieter, die Folgen sind jedoch eher unsozial. Niedrige kommunale Mieten würden dort häufig zu höheren Wohnflächen je Person führen, unter anderem weil Umzüge bei Verkleinerung der Haushalte abnehmen. Diese politisch begünstige Flächenhortung steigert die Knappheit am Gesamtmarkt und erhöht dabei auch die Warteschlangen. Der Preisdämpfungseffekt bei Kommunalwohnungen wird mit zusätzlichen Mietsteigerungen an anderer Stelle erkauft.

Zusammenfassung der wohnungspolitischen Vorschläge aus dem Hause Pfeiffer: Gegen Wohnungsknappheit hilft nur Neubau und Mietsteigerungsbegrenzungen, Förderprogramme und soziale Bewirtschaftungsorientierungen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften stören dabei nur.

Die Folgen dieser Vorschläge werden klar benannt:

Es gibt nur eine Realität: Die schon eingetretene Verknappung wird die Mieten weiter nach oben treiben und muss leider hingenommen werden. Dagegen mit gesetzlicher Preisdämpfung zu drohen, erschwert es, die Knappheit zu überwinden.

Das ist eine für die Wohnungswirtschaft glänzende Argumentation. Jeder Eingriff in den Markt kann als letztendlich unsozial zurückgewiesen werden, weil er die notwendigen Neubauaktivitäten erschweren könnte. Doch nicht alle Eingriffe in den Markt werden abgelehnt. So plädiert Ulrich Pfeiffer dafür, die Baugrundstücke preisgünstiger abzugeben. Ein bisschen Staat darf es schon sein, wenn er den Geschäften mit der Wohnung nützt.

Die Frage die bleibt ist eigentlich nur, warum war der Markt eigentlich in den letzten Jahren nicht in der Lage, ausreichend Neubauwohnungen bereitzustellen. Es gab keine Mietbegrenzungen und Förderprogramme, die Grundstücke des Liegenschaftsfonds wurden freizügig verkauft und auch die Wohnungsbaugesellschaften haben sich in ihrer Mietgestaltung an den Marktmieten orientiert. Eigentlich sah die Wohnungspolitik der letzten Jahre genau so aus, wie sie von Ulrich Pfeiffer gewünscht wird. Die Folgen sind bekannt und vielleicht ist es an der Zeit, mit dem Mythos der heilenden Marktkräfte aufzuräumen. Langfristig wird es eine soziale Wohnungsversorgung nur jenseits des Marktes geben. Den notwendigen Schutz von Bestandsmietverhältnissen und die Einschränkung von Mietsteigerungen einer Fixierung auf teure Neubauten zu opfern, bedeutet eine zweifache Umverteilung zugunsten von Eigentümern und Investoren. In einer Mieterstadt wie Berlin ist das keine gute Idee.

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Responses

  1. Nur auf den letzten Absatz bezug nehmend:

    Der Markt war in den letzten Jahren nicht in der Lage, weil die Mietpreise nicht hoch genau waren, damit sich Investitionen in Neubauten lohnen.
    Die Mietpreise können sich aufgrund der Mietspiegelregulierung auch nicht schnell anpassen. Des weiteren gab es einen großen Leerstand, der jetzt eben aufgefüllt wird. Jetzt gibt es eine höhere Nachfrage, die Preise ziehen an und Neubau lohnt sich eventuell.
    Mich stören daher an der Argumentation im Blog zwei Dinge:
    Zum Einen kann man doch nicht ernsthaft gegen Neubau sein. Es wollen einfach immer mehr Leute in Berlin wohnen. Soll man denen sagen, ne tut uns leid, aus ideologischen Gründen kein Platz mehr.
    Zum Anderen ist an der Effizienz des Marktes doch nicht zu zweifeln. Gibt es zu viele Wohnungen, fallen die Preise, gibt es zu wenig, steigen sie.
    Wenn man gegen den Markt argumentiert, muss man doch über die Gerechtigkeit kommen. Etwa, es kann nicht sein, dass Leute, die zwanzig Jahre wo wohnen, plötzlich weg ziehen müssen. Dem Markt ist das egal! Also, der Markt sorgt zwar für einen effizienten Abgleich zwischen Angebot und Nachfrage, aber er achtet nicht auf die Schicksale der Menschen. Und ich finde genau da müsste man mit der kritischen Argumentation ansetzen.

    • Ein Wohnungsmarkt funktioniert vollkommen anders als der Markt durchschnittlicher Handelsgüter. Es gibt drei wesentliche Besonderheiten:

      1. Wohnungen sind räumlich gebunden. Wenn dein Leben, deine Arbeit, deine Zusammenhänge an einem Ort sind, kannst du die dort fehlende Wohnung nicht durch eine Wohnung an einem ganz anderen Ort kompensieren. Äpfel, Birnen und Autos kann man zur Nachfrage tragen, Wohnungen nicht.

      2. Wohnungsbau dauert lange. Die Konzeption eines Bauprojekts, der Genehmigungsprozess, wahrscheinlich davor noch Bebauungsplanverfahren für neue Wohnbaugrundstücke, anschließend der langwierige Bau und obendrauf müssen für die Refinanzierung noch ganz andere Zeiträume bedacht werden. Deswegen reagiert der freie Markt stark verzögert: Wenn eine zahlungskräftige Nachfrage entsteht, dauert es noch lange, bis sie auch bedient wird – dies geht dann auf Kosten der weniger Zahlungskräftigen.
      Dazu kommt, dass die Vorratshaltung (bei anderen lebenswichtigen Gütern Gang und Gäbe) bei Wohnungen als ausgesprochen unschick gilt: Dann wird der Leerstand skandalisiert und mit dem damit assoziierten “Verfall” und “Niedergang” droht eigentlich schon das Ende des Abendlandes.

      3. Wohnungen sind nicht substituierbar. Wenn Brot zu knapp wird, können wir auf Kartoffeln ausweichen. Aber was nehmen wir, wenn die Wohnungen nicht mehr reichen? Wenn wir Glück haben, sind gerade ein paar Büros frei, die man umnutzen kann, aber alte, verfallende Fabrikhallen eignen sich dafür schon deutlich weniger. Wenn die steigende Wohnungsnachfrage mit einer lokal anziehenden Wirtschaftskonjunktur verbunden ist, hat man ganz schlechte Karten.

      Dazu kommt ein weiteres Argument, das für lebensnotwendige Güter gilt – besonders dann wenn gleichzeitig als Statussymbol gilt, als Einzelner über möglichst viel davon zu verfügen: Je stärker eine Gesellschaft sozial auseinander fällt, also die Schere zwischen Reich und Arm aufgeht, desto weniger effizient wird das Gut Wohnung verteilt. Und diejenigen, deren zur Verfügung stehendes Einkommen sich abzüglich notwendiger alltäglicher Lebenshaltungskosten unterhalb des Mietniveaus abspielt, die werden vom Markt eben erst recht nicht “effizient” versorgt. Sie müssen unter elenden Bedingungen nehmen, was übrig bleibt, dafür noch horrende Preise zahlen (da dieses Segment eben zu knapp ist für die spezifische Nachfrage), und sind ständig von Obdachlosigkeit bedroht.

      Dies sind wesentliche Gründe, warum Wohnungen keinem freien Markt überlassen gehören, jedenfalls keinesfalls wenn der Markt auf absehbare Zeit eng zu werden droht. Und, wie bereits angedeutet, um so größer die gesellschaftliche Ungleichheit ist, um so dringlicher wird eine Regulation des Wohnungmarkts. Wir brauchen uns also überhaupt nicht zu wundern, dass nach Jahrzehnten neoliberalen Staatsumbaus (und dazu gehörten am wirkungsmächtigsten Rot-Grün auf Bundesebene und Rot-Rot auf der lokalstaatlichen Ebene) nun eine Situation eintritt, die ohne Regulatorische Eingriffe nicht zu bewältigen sein wird.

      • prima beitrag, danke!

  2. Hallo einer,

    vielen Dank für deine Überlegungen. Zu den Punkten, die dich stören: Ich habe gar nichts gegen Neubau – ich finde ihn sogar sinnvoll (so steht es auch im Text). Was mich stört ist vielmehr die die Tendenz zu glauben, allein mit Neubauten preiswerte Mieten in der Stadt (und insbesondere im Bestand) zu erhalten und zu schaffen.
    Wie du ja richtig aus dem Beitrag zusammengefasst hast, war der Markt in den letzten Jahren nicht motiviert zu Bauen, weil die Bestandsmieten so preiswert waren. Oder anders gesprochen: in den Neubau investiert wird nur, wenn es sich lohnt (was anderes ist von marktwirtschaftlichen Akteuren auch nicht zu erwarten). Und genau deshalb ist der Markt (wenn sich denn alle Marktakteure martkwirtschaftlich rational verhalten) nicht in der Lage preiswerte Mieten hervorzubringen – die lohnen sich ja auch nicht.
    Damit sind wir bei deinem zweiten Argument, der angeblichen Effizienz des Marktes. Wenn wir den Distributionseffekten des Wohnungsmarktes folgen (du hast hier Angebot und Nachfrage ins Spiel gebracht) dann müssten wir eine extrem ungleiche Entwicklung verschiedener Stadtteile in Kauf nehmen. So wie die Automobilindustrie Wagen verschiedener Klassen anbietet, würde ein ausschließlich marktgesteuertes Wohnungsversorgungssystem entsprechend verschiedene Wohnungsklassen anbieten. Wie da die Wohnverhältnisse der ärmeren Haushalte aussehen, mag ich mir nicht vorstellen wollen – schon jetzt beobachten wir in einigen privatisierten Beständen des früheren Sozialen Wohnungsbaus Tendenzen des Discount-Wohnens. Die von dir angesprochenen Effizienz des Marktes zu akzeptieren, heißt eine sozial-räumlich gespaltene Stadt in Kauf zu nehmen.

    Marktliberale Argumentationen sind für den Wohnungsmarkt lange Zeit von sogenannten Filtering-Prozessen ausgegangen, in denen die Besserverdienden in die neuen teuren Wohnungen ziehen und die jeweils nächste Einkommensgruppe in die nun freigewordenen Wohnungen zieht und wiederum ihre Wohnungen den nächsten Einkommensgruppen überlässt. Das Spiel geht nicht auf, weil nicht alle, die umziehen könnten dies auch tun – wenn du es gerne wirtschaftlich erklärt wissen möchtest, sind die Transaktionskosten zu hoch und wirken als Mobilitätsbarriere.

    Hinzu kommt en der Praxis – und da sind wir wieder bei den Bestandswohnungen, die nicht ausreichend in ihren Strukturen geschützt sind – dass gerade die Eigentümer/innen von preiswerten Wohnungen versuchen, dort wo es geht, Aufwertungen durchzusetzen und höhere Preise zu erzielen. Das wo es keine Aussicht auf Ertragssteigerungen gibt, setzen viele Eigentümer/innen auf die Einsparung von Ausgaben für den Service und die Instandhaltung und verstärken damit die Tendenzen des Zweiklassenwohnens.

    Man kann diese Markteffekte in Kauf nehmen, doch in der Geschichte hat sich regelmäßig in Zeiten der Wohnungsversorgungskrise die Vorstellung durchgesetzt, dass staatliche Eingriffe in die Wohnungsversorgung sinnvoll und notwendig sind (und selbst Ulrich Pfeiffer fordert ja Subventionen über preiswerte Grundstücksabgaben). Ein blick auf die verschiedenen Instrumente zeigt dabei, dass langfristig nachhaltige soziale Effekte vor allem dort anzutreffen sind, wo staatliche Eingriffe nicht nur Fehlfunktionen des Marktes ausgeglichen haben, sondern Modelle und Trägerstrukturen des Wohnungsbaus jenseits der Profitlogik durchsetzen konnten.

    Um dein Argument der Gerechtigkeit aufzugreifen, geht es dabei ja letztendlich darum, möglichst allen (unabhängig ihrer sozialen Position) einen Zugang zu einer angemessenen Wohnungsversorgung zu bieten. Wie diese Angemessenheit genau definiert wird und welche Rolle ein Recht auf Innenstadt oder eine Recht auf Nachbarschaft dabei spielen sollten, bleibt zu diskutieren. Aber das der Markt für solche Fragen blind ist, hast Du ja selbst schon beschrieben. Deshalb mein Plädoyer für eine Wohnungspolitik, die nicht nur auf Neubau setzt, sondern auch versucht preiswerte Bestandsmieten möglichst dauerhaft zu erhalten.

    Beste Grüße,
    AH

  3. Deshalb mein Plädoyer für eine Wohnungspolitik, die nicht nur auf Neubau setzt, sondern auch versucht preiswerte Bestandsmieten möglichst dauerhaft zu erhalten.

    Hört sich gut an, ist natürlich grundsätzlich sinnvoll, aber offenbar in Berlin nicht durchsetzbar. Wenn selbst eine rot-rote Regierung nach zehn Jahren Regierens zur derzeitigen Situation führt, kann man auf die offizielle politische Ebene wohl nicht hoffen, zumal da außerdem Bundeskompetenzen berührt sind. Aufklärender wäre da der Blick auf die Logik des Kapitalismus, der sich Renditemöglichkeiten sucht und für den derzeit der Immobilienmarkt in Berlin attraktiv ist.

    • Hallo genova68,
      einen Blick auf die “Logik des Kapitalismus” finde ich immer richtig – aber auch wenn wir die immobilienbezogenen Verwertungsstrategien dann analysiert haben, wird es darum gehen, sie einzuschränken, wenn wir dauerhaft preiswerte Mieten haben wollen. Aber auch eine ‘richtige’ kapitalismuskritische Analyse – wie du sie vorschlägst – löst das Problem nicht, wie denn die einmal erkannten Interessen durchgesetzt werden sollen. Die Frage wie das geht und welche Rolle der lokale Staat dabei zu spielen hat, ist umstritten und muss diskutiert werden.

      Regelungen für einen verstärkten Bestandsschutz sind letztendlich Einschränkungen der Renditemöglichkeiten – und würden die entsprechenden Wohnungsmarktsegmente für gewinnorientierte Eigentümertypen deattraktivieren. Mieterhöhungebegrenzungen, Umwandlungsverbote und soziale Sanierungsaufkagen würden den Handel und die Kaufpreise für Altbauten deutlich reduzieren. Da sich im Wohnungsbestand aktive Mieterschaften und individuelle Rechtspositionen für die Stärkung von Bewohnerinteressen nutzen lassen können, sind die Perspektiven für eine partielle Dekommodifizierung hier sogar noch größer als im Neubausektor (ohne substantielle Förderprogramme).

      AH

  4. soeben entdeckt: umnutzung 2.0? platte wird zum “discount-wohnen” fürs kleine geld hergerichtet:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/plattenbau-der-wohnungsdiscounter-11680031.html

    mir persönlich ist die städtebauliche struktur der besagten gebiete zu unterbelichtet – billiges wohnsilo zur zwischen- oder endlagerung der überflüssigenpopulation stadtrands zu schaffen könnte aber sicherlich ein beitrag zur gesellschaftlichen integration sein. (achtung, ironie)

  5. Herr Holm,
    nur Neubau kann helfen. Es sei denn Sie erfinden einen Weg wie man Altbau baut :-). Die ganzen Förderprogramme sind nicht finanzierbar, zumindest nicht aus Berliner Kassen. Aus dem Länderfinanzausgleich gibt es nicht mehr, und der Solidarpakt II sinkt jedes Jahr. Und die 70 Milliarden Schulden. Es gibt einfach kein Geld und der Bund wird kaum mit den Summen kommen die Nötig wären um Ihre Ideen umzusetzen. Schauen Sie dieser Wahrheit (fänd ja auch besser es wäre anders) doch ins Auge. Das Problem muss in Berlin gelöst werden, auch von der Finanzierung. Sprich: Es muss Kostenneutral sein. Das geht nur über das einräumen von Baurecht und den Abbau von Ferienwohnungen.

    Es gibt keinen anderen Weg. Die Berliner Mieten sind (das ist der gute Aspekt an der schlechten Entwicklung) mitlerweile dort angelankt wo sich Neubau lohnt, das wird bei gleicher Nachfrage dämpfend auf die Mieten wirken.

    Wichtig ist das Berlin sich jetzt nicht gegen Neubau sperrt, sprich Mauerpark-Nebenareal, ehm. Flughafen Tempelhof etc. Auch bei den Traufhöhen sollte man einen Zuschlag machen.

    Ablehnen sollte Man Baugenehmigungen, bei denen das Verhältnis von Bruttogeschossfläche zu Grundstücksfläche zu gering ist. Die können ihre platzverschwenderische Architektur gerne in Brandenburg realisieren.

    In der Innenstadt sollte man einen Zuschlag bei der Grundsteuer erheben wenn nur eingeschössig gebaut wurde. Ich denke da an die ganzen Supermärkte, die noch aus zeiten stammen wo in Berlin die Boden und Immobilienpreise andere waren. Hier ist sanfter aber bestimmter Druck gefordert.

    Das man natürlich die ganzen Ferienwohnungen dichtmachen muss ist klar. Ab in die Hotels. Wohnraum ist für Steuerzahler, Zweitwohnsitzsteuerzahler (evtl. erhöhen?) und die die aufgrund Ihres Einkommens leider keine Steuern zahlen können. Aber nicht für Turis! Die sollen in Hotels. Gerne können neue Hotels gebaut werden. Bei der Grundstückseffizienz bitte aber eher an das Zoofenster denken, als an 3-Stöckigen quatsch.

    Wenn der Boden wertvoll wird muss man effizient mit umgehen. Immerhin haben wir 9 Ubahn linien, diverse Staßenbahen, S-Bahn-Tunnel, Auto-Tunnel, Zug-Tunnel durch den märkischen Sand gebuddelt. Und das nicht für Platzverschwendung, oder um nach Spandau zu ziehen.

  6. “Der Markt hat gar kein Interesse an einem ausgeglichen Wohnungsangebot.”

    Aber der Markt das sind doch mehrere. Sie können nicht so tun als wenn das einer wäre. Oder als wenn die sich alle konspirativ im Borchert treffen würden, um eine zu geringe Neubautätigkeit zu beschließen. (Es sei denn Sie haben belege)

    Der einzelne Milchbauer will auch einen Milchpreis von 44 bis 60 cent. Am ende sinds dann 30 ab Hof, nach Transport, Verpackung, Steuer, Handelsmarge sinds im Kühlregal 55. Ob der Milchbauer nun will oder nicht.

  7. Auch sollten Sie nicht vergessen das es Währungspolitisch gerade ein sehr guter Zeitpunkt ist um zu Bauen. Baugeld ist Aufgrund der Eurokriese (an welcher kurioserweise auch Immobilienkriesen in Spanien und Irland Ihren Anteil haben, neben der in den USA) sehr günstig. Meint die Zinsen sind sehr niedrig, auch solche die Langfristig gesichert sind. Also baut ein Investor bereits, wenn die zu erwarteten Mieten nicht so hoch sind. Also die geforderte Rendite ist nicht so hoch. Es ist also DER Zeitpunkt um die Schleusen für Baugenehmigungen und Bauland zu öffnen. Für den Mieter gibt es nichts besseres als eine kleine Blasenbildung. Dazu kommt noch die nicht gerade unberechtigte Angst der Sparer vor Inflation. Deshalb werden ja auch viele Eigentumswohnungen gar nicht von zukünftigen Bewohnern gekauft, sondern von Einzelwohnungsvermietern aus dem ganzen Bundesgebiet.

    Auf jeden Fall ist der zukünftige Mieter in Berlin bessergestellt je mehr Häuser jetzt gebaut werden.

    Die nicht ganz zu unrecht des von Ihnen gescholtenen “Kapitalisten” in dem Artikel festgestellte Analyse das es eine “Immobilienblase” im Berliner Wohnungsmarkt durch den sozialen Wohnungsbau gab, war doch erst die Grundlage für die ganze Subkultur die sich in Berlin entwickelt hat. So günstig werden die Mieten kaum. Aber wenn jetzt das ganze “Angstgeld” in “Betongold” investiert wird, dann ist das die Grundlage für zukünftigen Leerstand. Und der ist gut für Mieter. Leerstand ist quasi das für die Mieter, was die Arbeitgeber die “Reservearmee der Arbeiter” nach Marx ist.

    Das es dazu kommen könnte ist doch nicht ausgeschlossen. Ja wir haben eine Reurbanisierung in Deuschland. Aber, die industrielle Basis von Berlin ist doch sehr bescheiden. Und ob die ganzen Hipster wirklich immer kommen ist auch nicht gesichert. Vor allem ob es immer mehr werden. Zuzug kann auch versiegen. Wenn Berlin um 100.000 Einwohner wachsen kann, dann kann es auch mal nicht wachsen oder Schrumpfen. Immerhin sinkt die Bevölkerung Deutschland im mittelfristigen Trend ja. Aber wie gesagt, alle ungesichert, aber möglich. In jedem Szenario sind mehr Wohnungen aber besser als weniger.

  8. Das Argument der Alternativlosigkeit, auf das sich die Ausführungen der Neubaubefürworter hier eindampfen lassen, haben wir in vielen Jahren unseres neoliberalen Daseins inzwischen hinreichend kennen und lieben gelernt. Schade nur, daß das Gegenteil richtig ist. Da nämlich fehlender Neubau nicht die Ursache der zunehmenden Wohnungsknappheit im unteren und mittleren Preissegment ist, kann Neubau auch nicht die Lösung sein. Jedenfalls nicht für denkende Menschen, die lieber die Ursache einer Erkrankung bekämpfen als ihre Symptome.

    Die Ursache ist nicht, daß die Berliner jetzt plötzlich zu fruchtbar für den vorhandenen Wohnungsbestand geworden wären, sondern daß der Zuzug von Besserverdienenden in diese Stadt seit Jahren von der Politik im Interesse bestimmter Wirtschaftszweige forciert wird. Das Problem ist also politisch hausgemacht, und die Kampagne, die dabei gefahren wird, ist allzu durchsichtig.

    Zuerst wird die Stadt mit Hilfe von zahllosen Heiße-Luft-Arbeitern, “Künstlern”, PR-, Event- und Werbefuzzis imagemäßig zu einem geilen Eldorado für die Reichen und Schönen der Welt aufgebaut und der Zustrom von Touristen und Besserverdienenden auf vielerlei Weise gefördert. Es profitiert unter anderem die Immobilienwirtschaft. Bezahlt wird die Kampagne vom steuerzahlenden Bestandsvolk. Durch den Zuzug der Reichen steigen nach den Gesetzen des heiligen Marktes die Mieten und Preise. Das Bestandsvolk verarmt. Diese Verarmung wird nun als Problem “erkannt”, und es treten Leute auf, die die passende Lösung parat haben, nämlich den Wohnungsneubau. Hiervon profitiert – welch ein Zufall! – die Bauwirtschaft und wiederum die Immobilienwirtschaft. Das Bestandsvolk dagegen darf der weiteren Verschlechterung seiner Lebensbedingungen zusehen: mehr Umweltzerstörung, Lärm und Gestank nicht nur in der Bauphase, weitere Zerstörung des Stadtbilds, überlastete Infrastruktur, noch mehr reiche Schnösel, die in ihren Luxuskarossen von Tiefgarage zu Tiefgarage fahren und die Preise in die Höhe treiben. Ob die Mieten für das Bestandsvolk wirklich sinken werden, steht dagegen in den Sternen, aber behaupten kann man es ja mal.

    Und (@einer): nein, man braucht nicht den Leuten, die nach Berlin wollen, aus “ideologischen” (was für ein Quatsch!) Gründen zu sagen: kein Platz mehr. Es würde schon reichen, endlich damit aufzuhören, alle Reichen aus “ideologischen” Gründen, also um des Gottes “Wachstum” und des Profits Einzelner willen, quasi nach Berlin prügeln zu wollen. Die dadurch eingesparten PR-Kosten könnte man den Bedürftigen als Mietzuschuß zukommen lassen.

    • Ich glaube kaum, das “die Reichen” nach Berlin geprügelt werden. Es handelt sich bei den Neuzuzüglern zum Grossteil um Mittelstandsangehörige. Die Leute die wirklich reich sind und nach Berlin ziehen kannst du an 10 Fingern abzählen. Abe für Sie scheint ein jeder Mittelstandsangehöriger ja schon ein durchtriebener Kapitalist zu sein der ohne jegliche Hemmungen sein Lebenskonzept durchdrücken will. Definieren Sie doch bitte mal Ihren Begriff von “reich”.

      Außerdem partizipiert das “Bestandsvolk” stark am kaufkraftgewinn durch die neu zugezogenen Immobilienbesitzer. Grunderwerbssteuer, die Einkommen der bauhandwerker, der Verdienst des örtlichen Maklers, die umliegenden Geschäfte etc.

      Das hat Berlin mit 6-7 Mio Zahlungen an Zinsen pro Tag auch dringend nötig. Wenn der Länderfinanzausgleich heruntergefahren wird und die Schuldenbremse für die Bundesländer zu greifen beginnt ist dies die einzige Möglichkeit einer unbegrenzten Verarmung der Stadt entgegenzuwirken. Zum Glück kann sich Berlin nicht auf ewig des Subventionsstatusses erfreuen.

      Die Bestandsmieten werden auch erst beim Durchschlagen der demografischen Entwicklung in vielleicht 1-2 Dekaden sinken, aber auch das ist nicht sicher, da die ballungsräume immer eine größere Anziehungskraft auf Grund der besseren Arbeitsmöglichkeiten bieten werden. Also ist Neubau wirklich die einzig sinnvolle Variante.

      Ferner werden sich die Nicht-Sachwertbesitzer in einigen Jahren noch einmal wundern, wenn sie merken wie die Inflation anziehen wird. Und auch dieses Phänomen wird zu einer weiteren Segration beitragen. Man kann die Entwicklung durch einzelne Eingriffe vielleicht jetzt etwas verlangsamen, der Weg ist aber klar definiert und wird wie in allen Ballungsgebieten eine exklusive Innenstadt hervorbringen.

  9. [...] sich regelmäßig mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehlen wir den Gentrification Blog. Und wer noch nicht genug hat und verstehen möchte, was für ein großes Geschäft in der [...]

  10. Ich gebe Dir recht, Andrej, der Markt ist alleine aus sich heraus nicht in der Lage, eine stabile Wohnraumversorgung zu gewährleisten. Wenn wir nicht wollen, dass sich dereinst Hartz-IV-Familien in Einraumwohungen drängen müssen, während die Chefarzt-Familie sich eine ganze Altbau-Etage pro Nase leistet (kenne so einen Fall in der Strehlitzer Straße in Mitte), dann sollte man das Thema Wohnungsbaupolitik wieder auf die Tagesordnung setzen. Ich sehe allerdings, dass das zur Zeit auch breit diskutiert wird, selbst die SPD Mitte hat schon einen Arbeitskreis “Gentrifizierung”.

    Ich würde gerne noch ein Argument anfügen: Wer sich etwa Spanien anschaut, wird feststellen, dass ein “freier” Wohnungsmarkt zwar kurzfristig die Wirtschaft ankurbelt, aber dann plötzlich eine tiefe Krise auslöst. Deutschland ist von der Krise relativ wenig betroffen, weil hier der Wohnungsmarkt noch relativ stark reguliert ist und die Preissprünge bislang noch relativ niedrig waren. Bislang wenigstens.
    Wenn jetzt die Immoblienpreise (und mit ihnen die Mieten) sprunghaft steigen, dann vermehrt sich das Vermögen der Grundbesitzer ohne dass die irgendeine Leistung erbringen. Das Bruttosozialprodukt steigt, ohne dass die Wirtschaftskraft steigt. Und irgendwann knallt’s…

    Ansonsten habe ich da zwei spannende Artikel im “Guardian” entdeckt zum Thema Gentrifizierung in Istanbul:

    http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/01/istanbul-city-urban-renewal?newsfeed=true

    Eine Entgegnung gibt’s auch schon:

    http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/05/istanbul-needs-neighbourhood-regeneration

    • Spanien hat was die Regularien für den Wohnungsmarkt anbelang vergleichbare Vorgaben wie wir sie in der deutschen gesetzgebubg finden. grund des Versagens der märkte war in Spanien ein anderer. Das kreditwesen wurde ungleich laxer gehandhabt als in Deutschland. man konnte auch ohne Eigenkapital in Spanien Immobilien erwerben, was in Deutschland kaum mäöglich ist, da hier zumindest der Eigenkapitalanteil so hoch sein muss, dass die bank bei einer zwangsversteigerung keine Verluste macht. Diese kreditexpansion hat den bauboom in Spanien ausgelöst, da dot mentalitätsmäßig die leute eher zu einer eigenen Immobilie neigen. Diese Kreditexpansion war nur duch die günstigen Zinsen als Euro-Land möglich, denn hier konnte mit geringem Aufschlag das geld an die Immobilienkäufer weitergegeben werden. Doch, oh Jammer, Spanien musste erkennen das es nur ein Schwellenland ist und nicht in der ersten Liga mitspielt. Als das auch die Geldgeber erkannten stiegen die Zinsen stark an. Blöd für Otto-Normal-Immobilienkäufer der sich keinen festen Zinssatz über 10-15 jahre gesichert hat. Die banken reichen nun die Zinsaufschläge direkt an die darlehnsnehmer weiter. haben die auch noch ihre Arbeit verloren ist das das Ende. In Spanien behalten die leute dann auch ihre schulden an der backe, ein Walk-Away wie in den USA gibt es bei Immobilienkrediten nicht. Die menschen sind nun auf sehr sehr lange Zeit im Schuldenrad gefangen, aber so ist das nun mal mit dem Risiko eines Investments….

      Insofern hat die Regulierung des Wohnungsmarktes mit dem Beispiel Spanien weig zu sagen, da ganz andere Baustelle.

      Das meiner Meinung nach saudumme Argument der steigenden Immobilienpreise die dem Besitzer eine ungerechtfertigte Bereicherung bescheren lasse ich nicht gelten. kann denn der Immobesitzer bei fallenden Preisen diese Verluste denn geltend machen? Nö (außer bei einigen institutionellen Besitzern, hier aber nur steuerlich und damit nur begrenzt zum eingesetzten Kapital), aber fallende Immopreise gehen auch mit fallenden Mietpreisen einher, daher auch der Begriff MietZINS, der ja die Verzinsung der eingesetzen pekuniären Mittel darstellt. Da sehe ich eine ganz gehörige portion Neid in deinem Kommentar.

      • Klar ist es Neid, wenn jemand sich gegen Immobilienspekulation und Selbstbereicherung ausspricht. Jede Gerechtigkeitsdebatte ist schließlich eine Neiddebatte. So steht es doch seit Jahrzehnten in der Bildzeitung, oder?

      • Ach, und noch was: die Immobilienblase in Spanien hatte relativ wenig mit der kleinen Finca im Hinterland zu tun, die sich “Otto-Normal-Immobilienkäufer” auf Pump geleistet haben soll. Da ging es um Immobilienspekulation in großem Stil in einem nahezu rechtsfreien Raum.

      • Hallo A.K.,

        sorry, aber du hast Null Ahnung von der Materie, beleg doch deine Thesen mal. Es geht hier um das allgemeine Stillen der Nachfrage. Die war auf Grund der geringen Zinssätze aus der Bevölkerung über die Maßen vorhanden. Darauf haben die Baufirmen und Immobilienerrichter reagiert. So lange die Zinsen unten waren konnte sich auch noch der letzte Hilfsarbeiter ohne Eigenkapital eine Wohnung leisten. Nun mit steigenden Zinssätzen gehen diese Privatpersonen pleite. Pechhab, doof gelaufen wenn man Risiken nicht richtig abschätzt. Immobilienspekulation hat hier jeder Otto-Normal-Hirni betrieben, da er auf steigende Preise setzte. Das war die pure Gier des Individuums. Und zwar hauptsächlich aus der Normalbevölkerung. “Spekulationen” mit dem Verkauf von riesen Portfolios gab es weniger, setz dich mal mit der Thematik auseinander. Oder du müsstest 25% der spanischen bevölkerung als Spekulanten verunglimpfen. Und was die Immobilienerrichter/Baufirmen betrifft ist es halt so wie bei der Reise nach jerusalem. Wenn die Blase platzt bleiben die letzten auf ihren Beständen hocken und gehen pleite wenn sie nicht vorgesorgt haben. Passiert jetzt hundertfach da Unten. Blöd nur das es dann die Banken trifft die zusammenzubrechen drohen und letztendlich dich und mich als deutschen Steuerzahler (Bürgen) der dafür gerade stehen muss, weil die Südschine sonst schon längst im Orkus verschwunden wäre.

      • Für wie dumm halten Sie eigentlich die Leser dieses Blogs, wenn Sie glauben machen wollen, daß es auf dem sogenannten “freien” Markt nur um das Stillen von Nachfrage geht. Hier lesen keine Kleinkinder. Eine Immobilienblase gibt es in Spanien schon seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Daß sie entstanden ist, weil 25 % der Spanier plötzlich zu Bauunternehmen und Immobilienkonzernen gekommen sind und gesagt haben: “ach, bitte, bitte, baut doch überall riesige Betonklötze hin, gerne auch in Naturschutzgebiete und ohne Baugenehmigung, damit wir uns da eine kleine Wohnung kaufen können”, was die Konzerne dann widerwillig gemacht haben, ist ein skurriles Märchen aus der PR-Küche des Neoliberalismus, das schon allein dadurch widerlegt wird, daß viele dieser Klötze leer stehen. Offensichtlich ist jedenfalls, daß die Blase nur entstehen konnte, weil keine “Regularien” sie wirkungsvoll verhindert haben. Und das Ergebnis dieses Neubauwahns sehen wir heute: Arbeitslosigkeit, Pleiten und nicht zuletzt ein durch Beton zerstörtes Land. Etwas ähnliches werden wir auch in Berlin erleben.

        Es ist übrigens typisch für neoliberale PR und Propaganda, so zu tun, als seien die kleinen Leute die Hauptakteure und Triebkräfte der Spekulation, während die großen Absahner nur “reagiert” haben. Dadurch werden die Opfer zu Schuldigen gemacht. Widerlich finde ich das. Sicher gibt es auch den Aspekt der Gier der “Normalbevölkerung”, auf die Sie so arrogant-zynisch herabschauen. Aber da wäre es eben die Aufgabe des Staates, die Menschen ein Stück weit vor sich selbst – d. h. vor ihrer eigenen Naivität – zu schützen, damit sie nicht Opfer skrupelloser Geschäftemacher werden. “Fürsorgepflicht” nennt man das. Wenn ein Staat diese nicht leisten will, brauchen wir keinen Staat mehr. Einen Staat, der nur den Skrupellosesten zu Diensten ist, brauchen jedenfalls nur ganz wenige.

      • 1. halte ich die leser hier überhaupt nicht für dumm, sondern einige auch für sehr weitblickend und viele haben interessante, diskussionswürdige ideen.
        2. die bau der (wie ich auch finde) häßlichen klötze beruht auf dem steigenden tourismus, den damit einhergehenden hotelbauten, den dazugehörigen personalunterkünften (egal ob im eigenen besitz oder gemietet), der dienstleister in den turizentren die auch irgendwo wohnen wollten etc. das hat eine ballung um die größeren städte und an der küste verursacht im letzten jahrhundert. das hat vielen menschen arbeit gegeben, sie über wasser gehalten und dazu geführt spanien infrastrukturmäßig weit voranzubringen. regularien gab es auch zu dieser zeit schon, doch dürfte ihnen hoffentlich auch aufgefallen sein, dass der umweltschutz auch in der südschiene erst ab mitte/ender der 80er wirklich ins bewustsein kam, bzw. überhaupt erst einmal einen stellenwert erlangt hätte. wo bitte wäre dieses schwellenland ohne den tourismus heute.
        3. ohne die blase hätten wir heute bestimmt nicht das paradies auf erden in spanien, wohl eher das gegenteil. viele regionen wären nicht erschlossen worden, die arbeitslosigkeit wäre dauerhaft hoch gewesen und die gebildeten spanier hätten viel früher das land verlassen.
        4. es ist nicht die aufgabe des staates leute vor sich selber zu schützen und ihnen eigene entscheidungen abzunehmen. jeder kennt das risiko und kann es eingehen wenn er will. hätten wir diese bevormundung durch den staat wärenwir ratzfatz wieder bei der ddr 2.0.

        wachen sie mal auf und nehmen sie ihr leben selber in die hand! die forderungen nach dem übervater staat sind bisher in allen politischen system immer gescheitert. die mehrheit der menschen will frei sein, was sie hier wollen ist ihr weltbild anderen überzustülpen weil es ja gut und edel ist. nur möchten das die meisten menschen scheinbar nicht, sonst hätten wir eine andere parteienlandschaft. ihre vorstellung der idealen welt können sie gerne haben, aber akzeptieren sie auch die meinung der anderen.

      • 1. Sie haben recht, die Immobilienblase in Spanien beruht zum Teil auf der Tourismusblase, genau wie in Berlin.

        2. Sie verkaufen Ihre Leser für dumm, wenn Sie so tun, als wären beide Blasen nicht auch von der Wirtschaft und Politik provoziert worden. Warum gibt es Tourismusmessen? Warum gibt es unzählige Einrichtungen, die sich die Förderung des Tourismus auf die Fahne geschrieben haben (und dabei z. T. Steuergelder verbraten)? In Spanien gibt es sogar ein Tourismusministerium. Warum wird überall Werbung für Immobilien und Tourismus gemacht, wo doch die Geschäftemacher dieser Branchen, wie Sie sagen, nur auf die Nachfrage “reagieren”?

        3. Interessanter Gedanke, daß “die gebildeten spanier” ohne die Möglichkeit, als Hotelpage zu arbeiten, “viel früher das land verlassen” hätten.

        4. Die Mehrheit der Menschen ist bei uns nie gefragt worden, ob sie Raubtierkapitalismus will. Unsere Regierungsparteien sind nur von einer Minderheit der Wahlberechtigten gewählt worden (34 Prozent). Dieses Ergebnis ist noch dazu vor dem Hintergrund massiver Meinungsmache zu sehen.

        5. Regel Nr. 1 der Meinungsmacher lautet bekanntlich: es gibt keine Wahrheit, sondern nur unterschiedliche Meinungen. Regel Nr. 2 lautet: es siegt die Meinung, die am weitesten und hartnäckigsten verbreitet werden konnte. So gesehen überrascht es mich nicht, daß Sie auf jeden Pott einen Deckel haben. Daß Sie bei Ihrer billigen Polemik aber auch noch persönlich werden müssen (“wachen sie mal auf und nehmen sie ihr leben selber in die hand” etc.), ist wirklich unprofessionell.

      • 1. alleine die ITB in Berlin hat 170.000 besucher, ein gewisse nachfrage scheint zu bestehen wie mir dünkt. ich habe jedenfalls noch nicht beobachten können das rechnerisch ca. 4% der berliner bevölerung (ja rechnerisch, ich weiss auch das da noch leute aus dem umland etc. kommen) unter zwang zum messegelände geführt werden um dann durch die hallen geprügelt zu werden. Bei 93,6MIO auslandsreisen der deutschen im jahr 2011 ist natürlich der tourismus auch für unser land kaum eine wirtschaftliche größenordnung….und zitronenfalter falten ja zitronen….

        2. der tourismus in spanien hat 2009 in etwa 9-10% vom BIP ausgemacht, das mag für sie vielleicht kleinkram sein. Pro kopf in spanien also in 2009 2.280€. Das entspräche aber für deutschland auch für 2009 einem anteil von 2.900€ pro kopf oder 237450MIO €. Hätten wir hier einen einbruch von 10% des BIPs hätten wir eine revolution. Tourismus ist eine haupteinnahmequelle der PIIGS ohne die diese schwellenländer nicht übeleben konnten/können.

        3. sorry, das ohne den tourismus viel mehr spanier das land richtung lateinamerika (keine sprachbarriere) bzw bis zur ölkriese als gastarbeiter im europ. ausland abgewandert wären ist eine statistisch belegte tatsache.

        4. Bei den budestagswahlen 2009 lag die wahlbeteilligung bei 70,8% und alle hatten die chance die richtung zu bestimmen. Beleg doch mal die quelle für deine 34% das würde mich interessieren….

      • 1. 170.000 Besucher können natürlich nicht irren, und angesichts einer solchen Zahl verbietet sich selbstverständlich nicht nur jede Frage nach dem Wer, Woher und Warum dieser Besuche, sondern auch danach, was wohl der vernachlässigbare Rest der Bevölkerung denkt und wie man z. B. in einer durch Massentourismus zerstörten Umwelt in Zukunft noch halbwegs angenehm leben können soll. Von den unter Punkt 2 von mir gestellten Fragen haben Sie übrigens keine beantwortet.

        2. Wow! 2.280 Euro pro Kopf! Da hat also jeder Kopf in Spanien 2.280 Euro mehr im Portemonnaie gehabt. Oder war es vielleicht eher so, daß einige etwas mehr als 2.280 Euro mehr im Portemonnaie gehabt haben und andere dafür die Zeche gezahlt haben, z. B. in Form einer Verschlechterung ihrer Lebensqualität?
        Im übrigen finde ich es natürlich großartig, daß Sie plötzlich soviel Herz für Arbeitslose und Arme in den “Schwellenländern” zeigen. Nur zeigt nicht zuletzt die gegenwärtige Krise, daß Massentourismus und Immobilienspekulation eben keine nachhaltigen Lösungen waren. Außer für diejenigen, die selbst am Platzen der Blase noch verdienen.

        3. Sie haben von den “gebildeten spaniern” gesprochen. Wo ist der Beleg dafür, daß gerade sie das Land verlassen hätten? (Sie brauchen mich übrigens nicht mit “sorry” anzureden, ich spreche Deutsch.)

        4. Quelle ist das amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2009, und die Methode, mit der man zu dieser Zahl kommt, nennt sich Dreisatz. (Anzahl der Stimmen für die Regierungsparteien in Prozent der Wahlberechtigten.)

      • 1. Ich denke die fragen unter 2 hab ich plakativ an hand des beispiels der itb beantwortet. Wenn sie jedoch auf den nicht als fragesatz ersten teil unter 2 eine meinung haben wollen, hier ist sie: meiner meinung nach ist die politik nur indirekt für blasenbildung verantwortlich, sie ist lediglich steigbügelhalter, da die wirtschaft letztendlich die regeln bestimmt. Das die wirtschaft blasen produziert ist ohne frage richtig. Aber nur au basis einer bestehenden nachfrage die ggf. durch marketingmaßnahmen gesteigert wird. Ob ein individuum auf dieses ködern einsteigt oder nicht ist verantwortung des einzelnen. Niemand wird gezwungen (siehe subprime-kriese in den usa).

        2. Nein, natürlich nicht jeder kopf in spanien. Schauen sie sich das gefälle unseres reichtums in der bundesrepublik an. Da landet unbestritten das meiste. Ist auch in spanien so und mathematisch auch in unserem jetzigen wirtschaftssystem auch garnicht anders möglich. Warum? Es geht um die zinsgewinner, womit wir auch bei meiner obrigen frage ihrer definition des reichtums sind, für die sie mir noch eine antwort geben. Hier kommt meine: ab 450-500TEuro sind sie zumindest wohlhabend. Der Zinsanteil an den Lebenshaltungskosten liegt inzwischen bei rund 40 Prozent. Diese zinslast verbirgt sich vor allem in der miete, aber auch in den steuern und abgaben.
        Sie erhöht auch alle preise, da jeder, der an der wertschöpfungskette beteiligt ist, seine zinskosten in die endpreise einfließen lassen muß.
        Trotz alledem bleibt auch für die unteren dezidele immer noch etwas hängen und das ist besser als wenn wir diesen geldtransfer in die südschiene nicht hätten. Dann würden die unteren teile der bevölkerung noch viel mehr leiden, da der sozialstaat transferzahlungen innerhalb des landes nicht noch stärker leisten könnte. rechnen sie doch bitte mal alleine den mehrwertsteueranteil dieser einnahmen aus und sie sehen wie wichtig dieser umsatz für die unterstützung der bevölkerung sind. Sicher, die umwelt wird dadurch nachweislich beeinträchtigt aber hätten die spanier das nicht so durchgezogen wär hat die türkei oder tunesien früher im tourismussektor größer geworden.

        Falls sie dieses thema und weitere kritische betrachtungen über unser finanzsystem interessieren empfehle ich ihnen http://www.dasgelbeforum.net zu studieren. Sehr spannend.

        3. Das 170.000 nur eine minderheit der bevölkerung darstellen ist mir klar, jedoch ist die hohe zahl an sich beleg für eine solche nachfrage. Und wie wichtig der tourismus ist zeigt auch die zahl, dass jeder bundesbürger statistisch mehr als ein mal im jahr ins ausland fährt.

        Die 34% sind natürlich so im dreisatz gerechnet ein hingebogenes argument. Wenn 30% der bevölkerung nicht wählen wollen, dann ist das so. Vom rest entscheidet nun einmal die mehrheit. Ich denke nicht, dass basisdemokratische entscheidungen in westlichen demokratien funktionieren würden.

        Macht übrigens spass mit ihnen zu diskutieren…..

      • 1. “Ich denke die fragen unter 2 hab ich plakativ an hand des beispiels der itb beantwortet.
        Nein, das haben Sie nicht. Mit dem Beispiel ITB haben Sie zu belegen versucht, daß die Blasen, von denen wir reden, Folgen einer enormen Nachfrage sind. Wenn dem aber so ist, warum dann all die Werbung, warum all die tourismus- und wirtschaftsfördernden Einrichtungen der öffentlichen Hand, warum jedem Sauftouristen in den Hintern kriechen, wie unsere Politiker das tun? Für ein Produkt, für das großer Bedarf besteht, braucht man nicht zu werben. Oder wollten Sie sagen, daß in der Bevölkerung eine Nachfrage nach Werbung und Verarsche besteht?
        Davon abgesehen sollten wir dringend wieder lernen zu kapieren, daß Länder, Städte, Natur etc. keine Ware sind, nur weil einzelne sie sich einfach aneignen, um sie auszubeuten.

        2. Da Sie auf meiner “definition des reichtums” bestehen: reich sind für mich jedenfalls schon mal die zehn Prozent der Bevölkerung, die über mehr als 60 Prozent des Vermögens verfügen.
        Trotz alledem bleibt auch für die unteren dezidele immer noch etwas hängen
        Dieser “Trickle-Down-Effekt” ist eine inzwischen uralte neoliberale Lüge, die durch die Tatsache, daß sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, längst widerlegt ist.
        hätten die spanier das nicht so durchgezogen wär hat die türkei oder tunesien früher im tourismussektor größer geworden
        Auch wieder ein sehr schönes Alibi-Argument skrupelloser Geschäftemacher: hätte ich es nicht getan, hätte es jemand anderes getan. Kann man das eigentlich auch auf andere Bereiche übertragen? Etwa: “Hätte ich Ihnen nicht den Schädel eingeschlagen, hätte es jemand anderes getan”? Vielleicht noch mit einem nachgeschobenen “sorry”?
        Wenn Sie übrigens Lust haben, die Eurokrise zu verstehen (und dabei z. B. Alternativen zu finden, wie man den armen Spaniern auch ohne Zerstörung ihres Landes helfen könnte), empfehle ich Ihnen diesen hochinteressanten Vortrag:

        3. Ob Basisdemokratie funktionieren würde, weiß ich nicht, bin aber skeptisch. Was ich hingegen täglich sehe, ist, daß unsere parlamentarische Demokratie nicht funktioniert. Demokratie kann grundsätzlich nur ohne Meinungsmache, Propaganda und Lobbyismus funktionieren. Es muß z. B. die Bereitschaft da sein, das Volk zu bilden, statt es zu verdummen. Anderenfalls entscheiden letztlich immer die Reichen und Mächtigen, denn sie verfügen über die Mittel, Meinung zu machen und Politiker zu kaufen.

        Macht übrigens spass mit ihnen zu diskutieren…..
        Kann ich so nicht unbedingt bestätigen.

      • schade, ich mag kontroverse Diskussionen….

        Zu 3 kann ich nur sagen, da stimme ich ihnen 100%ig zu, schade zu sehen wie viele schafe herumlaufen und sich keine gedanken machen. Wären die menschen kritischer und würden gegebene systeme stärker hinterfragen denke ich auch, das ihre gedankengänge und ansatzpunkte eine zukunft hätten. Aber auf basis des heutigen systems und der daraus “produzierten” menschen glaube ich nicht an eine änderung, zumindest nicht zu unseren lebzeiten. So lange wird der mensch in seinem egoismus gefangen sein und der weg ist vorbestimmt. Im gegensatz zu ihnen ziehe ich aber aus eigennutz hierraus meine schlüsse und probiere diese nicht zum wohle aller einzusetzen sondern zu meinem.

        Von einer blase kann man meiner meinung nach beim tourismus nicht sprechen, da wir immer schon reiseweltmeister waren. Ob die in der bestehenden form für die wirkliche entwicklung des einzelnen gelebte umsetzung positiv ist würde auch ich aus meiner sichtweise bestreiten, trotz alledem ist der bedarf da. Da die heutigen schafe aber das fremde land einfach gerne mal vor ort präsentiert bekommen wollen (oder das wie es dargestellt werden soll) gibt es solche veranstaltungen. Sauftouris sind mir auch zuwieder aber sie bringen wenigstens geld nach berlin. Etwas auf was diese hochverschuldete, allimentierte stadt nicht verzichten kann.

        Den tickle-down-effekt sehe ich im gegensatz zu ihnen, jedoch git auch hier, wer hat dem wird gegeben. ist aber konsequenz unseres zinseszinsbasierten geldsystems. Erst ein crash wird hier wieder für einen neustart sorgen, aber dann geht da spiel wieder für die nächsten 60-80 jahre los, mit allen positiven und negativen folgen, wie sooft in der menschheitsgeschichte…..

        Und ja, ich denke die bevölkerung will mit dem werbezeugs beballert werden, zumindest ein grossteil. Sind halt wunderbar konditioniert worden in den letzten jahrzehnten.

        Das hier teilweise ein alibi-argument vorliegt stimmt, aber wie wollen sie eine ganze bevölkerung ruhigstellen, die sehen da die nachbarländer prosperieren währen das heimatland stagniert? Ist politisch nicht durchsetzbar.

        “Demokratie kann grundsätzlich nur ohne Meinungsmache, Propaganda und Lobbyismus funktionieren.”….wäre wünschenswert, dazu ist der mensch aber zu egoistisch. Hier treten normale menschliche vorteilsnahmen zu tage. Wie würden sie reagieren, wenn sie die macht hätten? Ich wäre da sehr nahe am heutigen system. Moralisch vielleicht verwerflich, ich geb das aber zu.

  11. Also mein bestes Indiz für weniger Wohnungen und höhere preise sind nach wie vor diese Wohnugnsseiten wie diese. Vor 5 jahren waren da noch etliche Wohnungen in den sogenannten Szenekiezen zu erträglichen preisen zu ergattern. Schaut man heute rauf, hat sich die Anzahl stark reduziert, der preis aber super zugenommen. als ich das letztens einen Freund aus München, der zwecks Praktikum hier in berlin ist, erzählt hatte, musste ich mir anhören, dass das doch nichts im vergleich zu München ist. Was sone Leute nie verstehen, Berlin, soll auch NIE sowas wie München werden

    • Ja, schon alleine* deshalb, weil Bauland in Berlin nicht derart knapp ist wie in München. In München gibt es kaum noch Bauland zum bebauen. Das ist in Berlin vollkommen anders. Man muss sich einfach mal bei Google Earth anschauen, was es für Baulücken und Hinterhöfe gibt.

      Mit einer Nachverdichtung kann man da viel machen. Aber im Grunde genommen wurde jetzt überhaupt erst angefangen zu bauen. Weil wenn man ein Haus baut und dann die Wohnungen für 1000 Euro den Quadratmeter verkauft, dann kann man entweder den Zement oder die Bauarbeiter bezahlen. Nicht beide. Jetzt ist das anders, dem langfristigen Anstieg der Nachfrage steht erst jetzt ein Gegenpart auf der Angebotsseite gegenüber.

      *Die Kaufkraftunterschiede gar nicht betrachtet

      • Also Sie wollen den Leuten jetzt auch noch die Hinterhöfe zubauen oder wie. Is ja drollig.

  12. @A.K.
    Sie damatisieren hier übermäßig. Es gibt da unglaublich viel Platz, und es ist besser wenn die Wohnungen in der Innenstadt entstehen, als wenn die Leute pendeln müssen. Es gibt unglaublich viele kahle Brandschutzmauern, da kann Lebensraum für Menschen entstehen. Es ist lächerlich das mit >>zubauen<< zu verteufeln. Es geht darum die Baulücken des Krieges zu schließen.

    • Wie gedenken Sie denn sonst den Bevölkerungswachstum zu beherrschen? Schauen Sie in die Statistiken! Desto mehr Wohnraumangebot es gibt, desto geringer der Preisdruck. Da kommen alle linken Phantasien am Ende des Tages nicht gegen an. Ich finde es gut das jetzt Baulücken langsam Geschlossen werden. Jeder einstöckiger Supermarkt ist ein Potential, genauso wie jede kahle Brandschutzmauer, falls Sie nicht dummerweise nach Norden zeigt.

      • Wie gedenken Sie denn sonst den Bevölkerungswachstum zu beherrschen?

        Z. B. indem man den Zustrom von Besserverdienenden durch Abbau von Spekulationsanreizen eindämmt.

    • Nein, mir geht es darum, die Baulücken des Krieges offen zu halten und die “kahlen” Brandschutzmauern zu erhalten, weil sie berlintypisch und einfach schön sind (oder besser “waren”, denn inzwischen ist ja schon alles weitgehend zerstört). Wie Mamamutsch weiter oben schon angedeutet hat: wenn Sie es wie in München mögen, dann gehen Sie doch nach München. Aber lassen Sie Berlin Berlin sein.

      • Das “Spekulantentum” einschränken? Wollen Sie die Niederlassungsfreiheit abschaffen. Ich bin ja durchaus für Regulierung, aber die kann am Ende nur Prozesse verlangsamen (was auch gut ist), nicht abstellen. Überschätzen Sie die Fähigkeiten eines Staates der noch nicht einmal Hasch verbieten kann (unabhängig wie ich dazu stehe) nicht!

        “Berlintypisch” sind die kahlen Brandmauern keineswegs. Nur Nachkriegsberlintypisch. Ausgebomttypisch. Nun ist aber nun mal die Mauer gefallen. Die Nachkriegsära ist vorbei. Viele Leute wollen nach Berlin, und die Reurbanisierung gibt es hier wie deutschlandweit auch.
        Was sie denken ist ultrakonservativer quatsch. Wenn Benzin nicht billiger wird, und das wird es nicht, dann wollen immer mehr in die Innenstadt, und immer weniger raus.
        Was Sie am ende erreichen ist das die Nachfrage nach innerstädtischen Wohnraum ungebremst auf den Bestand durchschlägt anstatt durch Neubau abgebremst zu werden.

      • PS: Besserverdienende strömen nicht in diese Stadt weil Sie spekulieren wollen, sondern weil Sie hier wohnen möchten.

      • PPS: Wenn Sie sich mal mit der realen Gefahr einer Umstrukturierung des Länderfinanzausgleiches beschäftigt haben, dann würden Sie auch positive Seiten an dem Zuzug von Gutverdienern sehen – auch wenn das nicht heißt das man die negativen Seiten ignorieren soll. Neubau in Hinterhöfen und Brachen ist aber hier eine Lösung die beide Teilprobleme miteinander versöhnen kann. Berlin hat genug Platz für 4,0 bis 4,5 Millionen Einwohner – genau für diese Anzahl wurde die Stadt gebaut, für die Anzahl ist die Infrastruktur ausgelegt. Und die Anzahl hatte nebenbei die Stadt auch vor dem Krieg. Und da war außerhalb von Alt-Berlin (Bezirke Mitte, Fh-Kb; Ortsteil P-Berg) nur die hälfte der EW.

        In Hinterhöfen, Baulücken und eingeschössigen Supermärkten ist noch viel Potential. Und genau dort entsteht auch wenig Autoverkehr. Wenn Sie die Leute nach Marienfelde verdammen, dann produzieren Sie Autoverkehr – oder armseliges Leben.

      • Ich bin ja durchaus für Regulierung, aber die kann am Ende nur Prozesse verlangsamen (was auch gut ist), nicht abstellen.

        Eine klassische unbegründete Behauptung aus dem Fundus der Neoliberalen.

        Überschätzen Sie die Fähigkeiten eines Staates der noch nicht einmal Hasch verbieten kann (unabhängig wie ich dazu stehe) nicht!

        Sie verwechseln “können” und “wollen”.

        “Berlintypisch” sind die kahlen Brandmauern keineswegs. Nur Nachkriegsberlintypisch.

        Und ich dachte, wir lebten im Nachkriegsberlin.

        Viele Leute wollen nach Berlin

        Diesen Punkt haben wir weiter oben bereits abgehakt.

        Alles, was Sie schreiben, ist ein zusammengerührter Brei aus unverdauten und fehlinterpretierten Halbwahrheiten, unbegründeten Behauptungen, neoliberaler Propaganda und der skrupellosen Bereitschaft, die Lebensqualität der Mitmenschen als “Potential” zu verhökern. Diesen Brei im einzelnen zu zerpflücken, ist mir wirklich meine Zeit zu schade, zumal ich nicht den Eindruck habe, daß Sie wirklich verstehen wollen. Besonders herzhaft habe ich übrigens über den Satz gelacht, die Infrastruktur sei für “4,0 bis 4,5 Millionen Einwohner” ausgelegt. Sie sind wohl schon lange nicht mehr ÖPNV gefahren.

  13. Sie vermantschen maßlos. Das letzte am Anfang.

    Die Infrastruktur des ÖPNV ist nicht überlastet, wenn man die Schienen etc. darunter versteht. Natürlich muss man mehr U-Bahnen und vor alles S-Bahnen kaufen, sowieso, und insbesondere wenn die Fahrgastzahlen steigen. Aber die Infrastruktur, die in Beton, Stahl und Tunneln ist da. Vielleicht muss punktuell was angepasst werden (Umsteigen Warschauer Straße), aber im großen und ganzen ist alles da.

    [“Viele Leute wollen nach Berlin” -
    Diesen Punkt haben wir weiter oben bereits abgehakt.]
    Gar nichts wurde abgehakt. Die Zuwanderung in die Metropolregion bleibt, der überproportionale Anteil davon in die Berliner Innenstadt bleibt, und die Tatsache das es in Berlin KEIN natürlichen Bevölkerungsrückgang (als einziges Bundesland) gibt bleibt auch. Auch wenn das natürliche Bevölkerungswachstum nur einen kleinen Teil des Bevölkerungswachstums ausmacht. Die darüber hinaus gehende Zunahme der Haushalte in Relation zur Bevölkerung bleibt auch.

    Darüber Hinaus können sie einfache Volkswirtschaftliche Zusammenhänge nicht mit der Betitelung “Neoliberal” entkräften. Was Sie machen ist Prognosen die Ihnen nicht gefallen als quatsch darzustellen.

    Nebenbei müssen Sie betrachten das Sie das Berliner Wohnungsmarktproblem mit dem Handlungsspielraum der Berliner Politik lösen müssen. Sie haben vor gleich eine Weltrevolution draufzusatteln. Die wird nicht kommen, und am Ende sitzen Sie mit den Folgen da die ich aufgezeigt habe.

    Nähmlich das wenn nicht gebaut wird, das direkt auf die Nachfrage durchschlagen wird. Die Verdrängung wird kommen. Und die Leute den Sie den schönen Ausblick von Brandschutzmauern nicht nehmen wollen, schauen aus einem Marzahner Hochhaus auf die Brandenburgische Einöde.

    [Und ich dachte, wir lebten im Nachkriegsberlin]
    Nein, die Zeit ist vorbei. Wir leben im Nachwendeberlin. Das das Nachwendeberlin natürlich auch nach dem Krieg ist ist klar. Sie können natürlich auch gleich alles Abreißen, immerhin war ja mal alles Sumpflandschaft.

    [“Überschätzen Sie die Fähigkeiten eines Staates der noch nicht einmal Hasch verbieten kann (unabhängig wie ich dazu stehe) nicht!”]

    Ich meinte damit: Selbst WENN wollen, dann NICHT können. Mit einem Wohnberechtigungsscheinwesen und amtlicher Wohnungszuteilung werden Sie sicher keinem gerecht.

    Fazit:
    Mir ist es lieber, wir haben ein paar weniger Baulücken, und ein paar weniger eingeschossige Supermärkte und ein paar weniger kahle Brandschutzmauern, als das die Leute nach Marzahn ziehen müssen. Und das die Leute den Suburb weiter zersiedeln und dann mit Autos durch die Einfallsstraßen brettern. Wobei allein der Benzinpreis Sie davon abhalten würde.

    Es werden jedenfalls weiter Leute nach Berlin ziehen, und niemand wird die Leute davon abhalten können.

    Verwechseln Sie nicht eine neoliberale Position, mit einer Position die ökonomische Zusammenhänge miteinbezieht. Ich bin links, nur nicht naiv. Ich weiß das der Bund kein Geld schicken wird, und ich weiß das Berlin nur begrenzt Geld aufwenden kann. Ganz unabhängig vom willen der Politik. Nebenbei: Berlin zahlt schon jetzt einen höheren Zinssatz (in %) als andere Bundesländer. Auch wenn die Differenz klein ist.

    PS: Das die Leute nicht herziehen um zu spekulieren, sondern das Leute spekulieren, weil Sie erwarten das Leute herziehen, ist wohl auch neoliberaler quatsch oder wie?

    • Es werden jedenfalls weiter Leute nach Berlin ziehen, und niemand wird die Leute davon abhalten können.

      Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und auch der Zuzug von Bessergestellten nach Berlin ist u. a. eine Folge von Werbung und Propaganda der Stadtvermarkter und eine Folge des aus Geldgier von Politik und Wirtschaft angeheizten Tourismus- und Immobilienmarktes. Lesen Sie doch meine Kommentare weiter oben, bevor Sie längst Abgehaktes wieder aufwärmen (wenn Sie die Zeichen, die überall in der Stadt zu sehen sind, schon nicht selbst deuten können).
      Diese Blase wird übrigens spätestens dann platzen, wenn die Bessergestellten merken, daß Berlins Innenstadt nur noch ein gated area ist, in dem alle anderen Menschen genauso langweilig sind wie sie selbst. Dann wird die Karawane vielleicht dem BMW-Guggenheim-Blubb hinterherziehen nach Bombay und sich dort einen Slum kaufen, um sich den ersehnten “Kick” zu holen.

      Ich meinte damit: Selbst WENN wollen, dann NICHT können.

      Sie sind also der Meinung, daß dieser Staat keine Demokratie ist. Das sollte den Verfassungsschutz interessieren (zumal Sie sich selbst als “links” bezeichnen, ha, ha, ha). Daß ein Staat, in dem die gewählten Volksvertreter keine Gestaltungsmacht mehr haben, keine Demokratie ist, ist Ihnen hoffentlich klar.

      Die meisten Ihrer hingehauenen Sätze sind im übrigen bloße Behauptungen ohne Belege oder Begründungen. Das ist typisch für die Vertreter der neoliberalen Ideologie. Warum Sie diese Thesen weiterverbreiten, weiß ich natürlich nicht. Wenn Sie “nicht naiv” sind, wie Sie behaupten, kommt eigentlich nur Berechnung in Frage. Und damit ist diese Quatsch-Diskussion wirklich für mich beendet.

      • Nun, dem Berliner Stadtmarketing soviel zuzutrauen, halte ich für sehr gewagt… Aber nun gut, wenn Sie deren Potenz derart einschätzen ok. Ich halte die für eine Truppe, die letztendlich keine Trends drehen oder in großem Maßstab beeinflussen können.

        [“Ich meinte damit: Selbst WENN wollen, dann NICHT können.”

        Sie sind also der Meinung, daß dieser Staat keine Demokratie ist. Das sollte den Verfassungsschutz interessieren (zumal Sie sich selbst als “links” bezeichnen, ha, ha, ha). Daß ein Staat, in dem die gewählten Volksvertreter keine Gestaltungsmacht mehr haben, keine Demokratie ist, ist Ihnen hoffentlich klar.]

        Wer ist DER Staat? Wir reden hier um ein Problem der Stadt bzw. dem Bundesland Berlin. Und nein dieses hat nicht den Gestaltungsspielraum den Sie sich vorstellen. Es gibt kaum Steuern die ein Bundesland/Kommune beeinflussen kann, schon gar nicht kann es bei Besserverdienenden die Steuern erhöhen. Somit halte ich es für naiv das für die Problemlösung Geld in substanziellem Umfang zur Verfügung steht. Das der Bund Berlin hier helfen wird, halte ich für ziemlich unrealistisch, auch wenn ich mich hier freuen würde. Das habe ich auch so geschrieben. Jetzt gleich zu behaupten ich würde das Ende der Politik ausrufen, ist reichlich unangemessen.
        Wenn Sie politische Forderungen stellen, dann müssen Sie schon wissen an welche Ebene Sie diese adressieren.

        Ich denke wenn man an einer realistischen Problemlösung/abmilderung interessiert ist, dann muss man schauen was in der Berliner Landespolitik, ohne den Einsatz von finanziellen Mitteln möglich ist, oder zumindest ohne den Einsatz von finanziellen Mitteln in großem Umfang. Und hier bleiben ein paar Stellschrauben. Baurecht, oder Zweckentfremdungsverbot (Ferienwohnungen) oder eine Sondersteuer auf eingeschossige Bauten innerhalb vom S-Bahnring- So etwas.

      • PS: Letztendlich habe ich nicht das Gefühl das Sie an der Lösung des Problems interessiert sind, sondern an einer ganz anderen politischen Agenda arbeiten. Das ist ok. Nur ist die Erreichung dieser derart unrealistisch, das Sie den Menschen in den Innenstadtbezirken nicht helfen wird. Das insbesondere dann wenn Ihre Rezepte einer pragmatisch orientierten Lösungskonzeption entgegenstehen, weil man gegen die Bebauung jeder Brache anfängt zu Demonstrieren.

        Lösungsansätze welche die Verwendung von Geld aus der Bundesebene oder die weitreichende Veränderung von Bundesgesetzen einbeziehen, sind letztendlich keine. Weil es schlichtweg nicht passieren wird.

      • PPS: Die Bevölkerung der anderen 3 deutschen Millionenstädte, sowie der meisten deutschen Großstädte (über 100.000 EW), das Ruhrgebiet ausgenommen, steigen übrigens auch mit einer gewissen Dynamik. Die haben sicher auch alle “gute Marketingabteilungen”. Die Mietsteigerungen dort sind allerdings nicht derart ausgeprägt, wie in Berlin, da dort der Abstand zum “Wiederbaupreis” nicht derart vorhanden war wie in Berlin.


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