Verfasst von: ah | August 5, 2008

Steigende Grundstückspreise in Wilhelmsburg

Die Internationale Bauausstellung (IBA) in Hamburg Wilhelmsburg zeigt erste Erfolge – der geplante „Sprung über die Elbe“ ist zumindest im Bereich der Grundstückspreise ansatzweise gelungen. Die taz berichtete:

Die Immobilienpreise stiegen zwischen 2005 und 2007 schon von 1.018 Euro pro Quadratmeter auf 1.233 Euro. Das städtische Wohnungsunternehmen Saga vermeldet keinen Leerstand mehr, seit viele Studenten und Künstler in Wilhelmsburg ihre Zukunft sehen.

Doch nicht alle schätzen diese Entwicklung.

Im selben Beitrag heißt es:

Gegen die Internationale Bauausstellung (IBA) 2013 in Wilhelmsburg regt sich Widerstand. Kleingärtner sorgen sich um ihre Oasen, Studenten um die billigen Mieten, andere bemängeln, dass die Bewohnerschaft nicht genügend an den bevorstehenden Veränderungen beteiligt werde. „Die IBA ist nur für die IBA da“, behauptet Michael Rothschuh, Professor für soziale Entwicklung.

Auch Stadtteilaktivisten der Initiative „Wilhelmsburg gehört uns!“ kommen zu Wort:

„Es besteht die Gefahr, dass hier wohnende Menschen durch Mietsteigerungen und durch die Umwandlung von Sozial- in Eigentumswohnungen vertrieben oder in Randbereiche abgedrängt werden“, sagt der Journalist und Stadtteilaktivist Andreas Grünwald. Dies betreffe vor allem Migrantenfamilien und Wenigverdiener. Seit Monaten beschäftigt er sich im Aktionskreis „Wilhelmsburg gehört uns!“ damit, wie man „die asozialen Komponenten der ,Durchmischung‘ genannten Vertreibung eines Teils der Bevölkerung“ entgegentreten kann.

Dieser neue Ton der Darstellung überrascht, galt doch die IBA in der medialen Berichterstattung bisher vor allem als Geschenk an die Bewohner/innen der Elbinsel. Erst kürzliche freute sich das Hamburger Abendblatt über die Pläne für die modernste Schule Deutschlands und NDR Online bejubelte den Verlegungsplan der B75.

Für alle die kontinuierliches Interesse an einer kritischen Auseinandersetzung mit der IBA Wilhelmsburg haben, seien die folgenden Seiten empfohlen: IBAfluessig und wilhelmsburg.blog.


Responses

  1. Offener Brief an:
    Fettes Brot, Deichkind, Tomte, Superpunk, Frank Spilker Gruppe, Ja König Ja, Gisbert zu Knyphausen,
    Bernd Begemann & die Befreiung und alle anderen Künstler, die an dem DOCKVILLE Festival beteiligt sind.

    Liebe Kollegen, wisst Ihr eigentlich, daß Ihr auf der Party von den Typen spielt, die mit der IBA (Internationale Bauausstellung) bis 2013 aus Wilhelmsburg ein weiteres Schanzenviertel machen wollen und für die Typen von der HPA (Hamburg Port Authory), die die Elbe vertiefen und am Rand von Wilhelmsburg einen neuen Containerhafen bauen wollen und für die Typen von der CDU, die mit „dem Sprung über die Elbe“ in Wilhelmsburg die „neue Mitte“ hinklotzen wollen?

    Eines der Probleme von Wilhelmsburg ist die Lärmbelästigung durch Verkehr und Hafen. Aber damit nicht genug, jetzt gibt es Dauerparties mit dem GRÜNANLAGE Festival, dem DOCKVILLE Festival, dem IBA Kultursommer usw. und die Lärmbelästigung der Wilhelmsburger wird noch vergrößert. (Das Krankenhaus Wilhelmsburg und die Wohnbebauung ist ca. 400 m Luftlinie vom Festivalgelände entfernt.)

    Armes Wilhelmsburg.

    Mit freundlichen Grüssen
    Don Mudra

  2. […] Recht auf Stadt: Der etwas andere Blick zur Gentrifizierung Infoladen […]


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