Verfasst von: ah | Juni 6, 2010

Berlin: Neubau immer teurer

Eigentlich ein alter Hut: Neugebaute Wohnungen rangieren oft im oberen Preissegment der städtischen Wohnungsmärkte. Für Berlin wird dieser Trend durch eine aktuelle Studie der BulwienGesa AG bestätigt. Eine Studie „Der Markt für Projektentwicklungen in den deutschen A-Städten 2010“ gibt neben den Immobilienmarktentwicklungen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart auch Auskunft über die aktuellen Trends in Berlin. Die Berliner Zeitung fasste die Ergebnisse zusammen: Wo die Mieten am schnellsten steigen.

Im Stadtteil Prenzlauer Berg sind die Mietpreise für Neubau-Wohnimmobilien zwischen 2003 und 2009 um 43 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst in Berlin. (…) Auch die Preise für neue Eigentumswohnungen sind in einigen zentral gelegenen Stadtteilen deutlich in die Höhe geschnellt. Mit Abstand an der Spitze: Kreuzberg mit 30 und Schöneberg mit 28 Prozent Kostenanstieg.

Passend dazu auch ein Bericht im Tagesspiegel zu aktuellen Bauprojekten im Hochpreissegment: Der Krise zum Trotz: Teuer geht immer.

Vor allem in den östlichen Innenstadtbezirken, aber auch in ausgesuchten Lagen von Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz- Zehlendorf, Schöneberg und Kreuzberg „ergeben sich für Projektentwickler enorme Vermarktungspotenziale“, sagt André Adami vom Marktforschungsinstitut BulwienGesa. Adami untersuchte im Auftrag von Diamona & Harnisch den Markt der gehobenen Neubauwohnungen und stellte fest, dass derzeit allein im Alt-Bezirk Mitte knapp 800 Eigentumswohnungen im Preissegment von über 3000 Euro pro Quadratmeter in Bau und weitere 1000 in Planung sind.

Konkret benannt werden Projekte wie:

  • Choriner Höfe (Investorengemeinschaft Diamona & Harnisch, Fertigstellung von 126 Wohnungen 2011, Durchschnittspreis 3.600 Euro/qm, zwei Drittel bereits verkauft)
  • Quartier Winterfeldt in Schöneberg (Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, 36 Wohnungen, Durchschnittspreis 3.900 Euro/qm, fast alle verkauft)
  • Pestalozzistraße (Investor Sergey Gladkov, 40 Wohnungen, Durchschnittspreis 3.500 Euro/qm, Verkaufsstart)

Der Trend zu teuren Eigentumswohnungen im Neubau zeigt, wie begrenzt die pauschale Forderung nach mehr Wohnungsbau zur Entlastung der steigenden Nachfrage ist. Insbesondere in den Innenstadtbezirken, sind es ja vor allem preiswerte Wohngelegenheiten, die fehlen. Die prestigeträchtigen Neubauprojekte stehen trotz relativ begrenzter Anzahl für eine weitere Etappe der Aufwertung in den bereits gentrifizierten Gebieten. Diese symbolische Funktion der Bauprojekte wird vielfach von Stadtteilinitiativen aufgegriffen, auf die auch der Tagesspiegel in seinem Bericht verweist:

Auch zahlreiche weitere gehobene Wohnungsprojekte nehmen derzeit in Berlin Gestalt an – und provozieren nicht selten Proteste von Nachbarn, die steigende Mieten und Verdrängung befürchten.


Responses

  1. […] am samstag waren mehrere tausend menschen gegen mediaspree aktiv. im verlauf des aktionstags wurden die flächen am ufer besetzt.°°°rot-rot reguliert jetzt die ansiedlung von discount-supermärkten in kiezen mit „guter“ infrastrutktur, das erscheint ein recht seltsames instrument der stadtplanung, da doch die versorgung mit günstigen lebensmitteln und waren des täglichen gebrauchs nicht überall gut gesichert ist und die marktanalysen der discounter sicher ein kundenpotential nachweisen können, bevor die märkte eröffnet werden. also, da wo sich die discounter sicher sind, kunden zu haben, und das sind sicher auch viele menschen mit wenig geld, da diese sich den netten bioladen nicht so gut leisten können, da will rot-rot jetzt regulieren?°°° auch stadtplanerisch ist der umstand, dass in schöneberg jetzt doch kein puff einrichtet werden darf und zwar aufgrund eines gerichtsbeschlusses der diese urteil wie folgt argumentiert „Ein Laufhaus in der beabsichtigten Größe sei städtebaulich nicht mehr vertretbar, weil dies zu einem „Trading-down-Effekt“ für die Gegend führe. “ Schade eigentlich, denn Trading-Down würde doch sicher bedeuten, dass die Mieten sänken°°° über die forschungsarbeit zum schrumpfen von wittenberge wurde schon viel geschrieben, was wir hier an dieser stelle auch schon häufiger dokumentierten. am donnerstag wird das projekt im maxim-gorki-theater noch mal vorgestellt.°°°der stadtschlossbau ist auf 2014 verschoben, weil die bundesregierung kein geld dazu geben will.°°°in berlin.charlottenburg entsteht das erste deutsche mehrgenerationenhaus für homosexuelle.°°°°einen bericht über die veranstaltung „gentrifiezierung im wedding“ finden geneigte leserInnen bei indymedia°°°neubau führt in berlin nachweislich schneller zu steigenden mieten als altbausanierung°°° […]

  2. […] förmodligen förändrats mest efter murens fall. Den berlinbaserade urbansociologen Andrej Holm skriver på sin blogg att Prenzlauer Berg numera är den stadsdel i staden som har de allra snabbast […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: