Verfasst von: ah | Juli 12, 2011

Berlin: Neubau nur für Reiche

Jetzt wird's noch teurer! Steigende Neubauzahlen in teuren Lagen.

Zwei meiner Lieblingswebseiten und eine E-Mail haben heute den gesamten Berliner Wohnungswahnsinn auf den Punkt gebracht:

Das MieterEcho verweist auf Pressemitteilungen des Amtes für Statistik zu steigenden Bevölkerungszahlen (+18.000 Einwohner/innen) und einen fast stagnierenden Wohnungsbestand (+4.243 Wohnungen) für 2010

(Update: Der Beitrag ist jetzt leider auf den Seiten der MieterGemeinschaft nicht mehr erreichbar, die dort aufgegriffenen Zahlen können aber auch direkt über das Amt für Statistik abgerufen werden)

Der Sozialrechtsexperte zitiert die Berliner Morgenpost mit der Meldung, dass innerhalb eines Jahres 2.000 Hartz-IV-Empfänger/innen mehr nach Spandau, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf umgezogen sind, als von dort in die Jobcenter anderer Bezirke gewechselt haben.

Eine weitergeleitete Werbemail des Luxuswohnprojektes Fellini Residence lädt mich für morgen (14.07.2011) 14 Uhr zum ersten Spatenstich des exklusiven Neubauprojektes in die Kommandantenstraße 69 (Berlin Mitte) ein.

Kurz zusammengefasst: Das steigende Missverhältnis von Bevölkerungsentwicklung und Neubauaktivitäten lässt die Mieten in den Innestadtbezirken steigen, so dass ärmere Haushalte in die Randgebiete der Stadt verdrängt werden. Wohnungsbau findet, wenn überhaupt, überwiegend im innerstädtischen Hochpreissegment statt und verstärkt so den Verdrängungsdruck in den Aufwertungsgebieten.

Wie meist lohnt sich ein genauerer Blick auf die Fakten.

Lässt der stagnierende Neubau die Mieten steigen?

Die vom Statistischen Amt vermeldeten Bevölkerungsgewinne (+18.000 Einwohner/innen) für das vergangene Jahr (2010) stehen für einen Trend: bereits seit 2005 sind jährlich Bevölkerungszuwächse in etwa dieser Größenordnung zu verzeichnen.

Ein Blick auf die Entwicklung der Baufertigstellungen im selben Zeitraum verdeutlicht die drastische Diskrepanz: Den erstmals seit 1993 steigenden Bevölkerungszahlen stehen die niedrigsten Neubauaktivitäten der letzten zwanzig Jahre gegenüber. Unter Berücksichtigung des fortlaufenden Anstiegs von Haushalten (immer mehr Einpersonenhaushalte) dramatisiert sich dieses Ungleichgewicht noch weiter.

In vielen Diskussionen werden die steigenden Mieten in Berlin auf diese Verengung des Wohnungsangebotes zurückgeführt. Auf den Gesamtwohnungsmarkt bezogen, wohnt dieser Argumentation eine überzeugende Logik inne: Steigende Nachfrage bei stagnierendem Angebot verwandelt Wohnungen in eine knappes Gut und lässt die Preise steigen. Soweit der Basiskurs in VWL. Doch ein Blick auf die regionale Verteilung von Mietentwicklungen und Neubauaktivitäten eröffnet eine zusätzliche Perspektive.

Aufgerechnet in den innerstädtischen Aufwertungsgebieten (Mitte, Friedrichshain Prenzlauer Berg) – also dort wo die höchsten Mietsteigerungen realisiert werden konnten – sind auch die Neubauaktivitäten am höchsten. In Ermangelung kleinteiligerer Daten für die letzten Jahre, hier eine Übersicht der Baufertigstellungen in den Bezirken, Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg.

Zu sehen ist deutlich, dass die drei benannten Aufwertungsbezirken zu den klaren „Neubau-Gewinnern“ gehören. Das zeigt sich sowohl in den absoluten Zahlen und noch deutlicher im relationalen Verhältnis zum Bauvolumen in der Gesamtstadt. War es in den Jahren zuvor jeweils nur jede vierte Wohnung, die in den drei Bezirken gebaut wurde, hat sich dieser Anteil 2010 auf deutlich mehr als die Hälfte vergrößert. Ein erheblicher Anteil der Neubauten wird also in den sowieso schon hochpreisigen Nachbarschaften errichtet und trägt dort zur relativen Verknappung preiswerter Wohnbestände bei.

Gilt für die Gesamtstadt möglicherweise die Rechnung: Wenig Neubau – steigende Mieten; kehrt sich dieser Zusammenhang mit Blick auf die Innenstadt um: Steigende Mieten – mehr Neubauten. Kein Wunder also, dass die Hartz-IV-Haushalte an den Stadtrand gedrängt werden. Die hohen Mieten hier sind nicht Folge von wohnungswirtschaftlicher Inaktivität, sondern Voraussetzung für Investitionen in den Neubaubereich. Gerade weil die Mieten stark gestiegen sind und die Lücke zwischen hohen Bestandmieten und etwas höheren Neubaukosten verringert wurde,  sind immer mehr Besserverdienende überhaupt bereit, in Neubauwohnungen zu ziehen.

Was tun?

Der MieterGemeinschaft ist grundsätzlich zuzustimmen, wenn sie feststellt:

Der Berliner Senat aus SPD und DIE LINKE hat es also geschafft, Berlin immer weiter in eine Wohnungsnot zu manövrieren, und dies aus stumpfer Untätigkeit heraus. Statt den Bedarf an einer effektiven Förderung des Wohnungsneubaus zu diskutieren, wird die offensichtliche Problemlage jedoch weiter bestritten.

Die hier vorgestellte Betrachtung der bezirklichen Verteilung von Neubauten zeigt darüber hinaus: Es kann in den wohnungspolitischen Forderungen nicht nur um einen Neubau an sich und irgendwo gehen, sondern um einen preiswerten (also geförderten?) Neubau in den (auch innerstädtischen) Bedarfslagen. Es wäre zu wünschen, dass die Mieterorganisationen und Wohnungsbauverbände mit ihren Forderungen für einer „effektive Förderung des Wohnungsneubaus“ genau das meinen. Konkrete Überlegungen wo und zu welchen Preise denn die 60.000 vom BBU geforderten Wohnungen gebaut werden sollen, sind leider nicht nur bei den politischen Parteien Mangelware.

Neben dem oben formulierten Politikversagen finde ich für die Perspektiven einer anderen Stadtpolitik das in der Neubaufrage sichtbare Marktversagen fast noch wichtiger. Wenn die Einschätzungen stimmen – und vieles spricht ja dafür – dass wir es in den vergangenen Jahren in Berlin mit einer marktliberalen (weil kaum vorhandenen) Wohnungspolitik zu tun hatten, warum eigentlich war dann der Wohnungsmarkt bisher nicht in der Lage, die steigende Bedarfe zu füllen? An staatlichen Restriktionen kann es nicht gelegen haben, dass kaum gebaut wurde.

Die Misere des Berliner Wohnungsmarktes – die auf Politik- und Marktversagen gleichermaßen zurückzuführen ist – müsste eigentlich eine Debatte um andere Trägermodelle des Wohnungsbaus auf den Plan rufen.  In den vielstimmigen Forderungen nach Förderprogrammen und Bauaktivitäten der großen Wohnungsunternehmen geht ein bisschen unter, dass es in der Vergangenheit durchaus berechtigte Kritik an den alten Förderprogrammen und der Bewirtschaftungspraxis großer Wohnungsunternehmen gab…

Es gibt da keine ausgearbeiteten Lösungen und allenfalls ein paar Piloterfahrungen in wohnungswirtschaftlichen Nischen von selbstverwalteten Hausprojekten und Genossenschaften. Ob und wie diese auf den zahlenmäßig großen Maßstab des Berliner Neubaubedarfs gehoben werden können, sollte diskutiert werden – dann wäre die Krise eine echte Chance. Jetzt erneut Förderlinien zur Deckung der unrentierlichen Kosten privater Eigentümer auf die Tagesordnung zu setzen, wird auch wieder nur eine temporäre Lösung bringen.

Da die bebaubaren Grundstücke in der Stadt – erst recht in den Innenstadtbereichen mit dem höchsten Verdrängungsdruck – nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen, wird eine wohnungspolitische Debatte nicht um die Boden- und Grundstücksfrage herum kommen. Jetzt in Schnellschüssen für die Wohnungsmarktversager der Vergangenheit Förderprogramme zu fordern, kann langfristig auch nach hinten losgehen.

Die drohende Wohnungsnot in Berlin produziert einen enormen Handlungsdruck – noch größer jedoch erscheint mir die Notwendigkeit, Alternativen zum marktkonformen  Wir-Brauchen-Mehr-Neubau zu diskutieren. Ein Gelegenheit dazu gibt es vielleicht auf der folgenden Veranstaltung:

Team11: Günstig wohnen in Berlin – besondere Lösungen
Mittwoch, der 7. September, 18:00 Uhr
Radialsystem, Holzmarktstr. 33

In der Ankündigung heißt es:

Bezahlbarer Wohnraum ist für Berlin essentiell. Der Druck auf die Mieten steigt spürbar – neue Lösungen sind gefragt.

Berlin muss eine soziale, verantwortungsvolle Mietpolitik sicher stellen, auch innerhalb der eingeengten Handlungsmöglichkeiten des Berliner Haushalts.

In drei Kurzvorträgen stellt Team11 spezifische Entwicklungsansätze für unterschiedliche Grundstücke in Berlins Zentrum vor. Die Fokussierung liegt hierbei auf dem Rohstoff ‚Grundstück‘, egal ob bebaut oder unbebaut. Wie geht man mit dieser knapp werdenden Ressource bestmöglich um?


Responses

  1. Steigende Mieten machen Neubau attraktiver, daher findet Neubau dort statt wo die mieten gestiegen sind, bzw. Mietsteigerungen zu erwarten sind. Der Neubau selbst erhöht das Angebot an Wohnraum und senkt daher die Preise. Ob der Wohnraum so genannte Eigentumswohnungen* oder Mietwohnungen sind ist eigentlich sekundär, beide absorbieren Nachfrage.

    Die Bahauptung dass Neubau zu höheren Mieten führt, und das damit zu begründen das die Mieten dort steigen wo besonders viel gebaut wird, ist in etwa eine so quere, unlogische Behauptung wie zu meinen das saftig grüne Wiesen Regen provozieren. (Anstatt das die Wiesen dort saftig grün sind wo es regnet)
    Dies ist fatal. Denn man könnte zum Hochwasserschutz die Wiesen ümpflügen oder die Sahara mit Rollrasen bedecken um die Natur dort wieder zurückzubringen – beides einleuchtend sinnlose Aktionen.
    Das dort Neubau entsteht wo Wohnraum offensichtlich knapp ist belegt also nur die rationalität der Investoren und das funktionieren der Marktwirtschaft. Das exakte gegenteil wären ja gigantische Neubauprojekte in Brandenburg an der Havel. Nur wer soll da wohnen? Das würde

    Die Wahrheit ist letztendlich recht simpel:
    1) Das berliner Mietniveau ist/war lange Zeit zu gering um (ohne staatliche Hilfen) neuen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wenn man baut, dann kostet das Beton, die Bauarbeiter und fair bepreistes Bauland bei langfristig abgesicherten Zinsen einfach so um die 10 Euro den Quadratmeter. Wenn man drunter vermietet macht man minus. Westerlin hat lange vom staatlichen Füllhorn aus Westdeutschalnd profitiert damit -zur entlastung der Portemannaiis der Westberliner- die Mieten absurt günstig gehalten wurden, daher der ganze soziale Wohnungsbau. Hierfür wurde das SSteuerweld aber von Baden-Württemberg und NRW gnadenlos umgelenkt, eben um Westberlin (immerhin eingemauert) möglichst attraktiv zu halten. In die selbe Kategorie sind der Mehrwerststeuersatz von 6% (Lebensmittel 3%) sowie das „Berlin-Geld“ auf den Lohnzettel einzuordnen. Im Ostberlin wurde einfach so gebaut, ohne das irgendwer irgendwas kalkuliert hat. Dies fällt nun weg. Und Miete wird sich daher langfristig auch an Baukosten und Zinsen etc orientieren, bzw. es wird so lange kein substanzieller Neubau geschehen bis die Mieten sich bei gegenwärtigen Baupreisen orientieren.
    2) Viele Altberliner haben sich weniger um die Karriere gekümmert als die Neuberliner, das ist aber nicht die Schuld der Neuberliner. Im gegenteil: Langfristig ist es ein Segen das die Stadt Berlin wirtschaftlich doppelt so schnell wächst wie der Bund. Denn sollte -ich hoffe es nicht, aber es kann passieren- der Länderfinanzausgleich modifiziert werden, dann sollten wir zu dem Zeitpunkt nicht ein Viertel des Berliner Haushaltes daraus bestreiten, sondern weniger. Noch hat Berlin nichts von den neuen Steuereinnahmen, sie führen legedlich zu geringeren Zuweisungen. Aber das Geld ist sicheres Geld, der Länderfinanzausgleich ist nicht langfristig sicher.

    *Auch viele Eigentumswohnungen werden zum Teil von Einzel“investoren“ gakauft und vermietet. Insbesondere zu diesen Zeiten bei denen viele Angst um ihr Geld haben und Inflation befürchten flüchten viele in Immobilien, auch diejenigen die sich nicht ein ganzes Haus zum Vermieten kaufen können.

  2. Hier in Kreeuzberg gibt es natürlich Neubau, aber doch wesentlich die Modernisierung von Altbauten. Genau da fallen dann Kleinwohnungen aus dem Angebot – es wird munter aauch bei milieuschutz entkernt. Das heißt die Wohnngsgrößen werden zu Ungunsten kleiner Wohneinheiten verändert.
    Enzo Aduro hat hier einfach keinen Blick für Realität.
    In den Innenstädten muß also die Modernisierungaktivität unter wohnungspolitischen Aspekt verhandelt werden und hier genau liegt wegen der damit verbundenen Kosten das Versagen des rot – roten Senats. Milieuschutz und Fördermittel sind Teile einer Marktsteuerung, die in Berlin nicht angewendet werden und das Versagen einer Stadtentwicklung im Desaster landen lassen. Nötig wäre eine Modernisierungspolitik in Abstimmung mit den in den Häusern wohnenden, ANSTATT DER VERDRÄNGUNG.
    Wohnungsneubau und Ankauf von Altbauhäusern sind die schnellsten Zugriffsmöglichkeiten einer Stadtentwicklung. Im Innenstadtbereich muß der Neubau und die Umwandlung in Eigentumswohnungen genehmigungspflichtig sein. Dabei muß eine sozialpolitische Komponente das Kriterium sein, entgegen einer einer rein bautechnischen.

    • Ich schreibe ausdrücklich von Neubauaktivität, worunter ich auch nur Neubau verstehe, also den Bau von Häusern wo vorher nichts stand, oder meinetwegen ein Supermarkt ohne Haus darüber. Wie die Stadt neubau statistisch erfasst kann ich natürlich nicht beeinflussen.

      Und es gibt -ich komme auch aus Kreuzberg- Bauflächen auf denen man Häuser errichten kann. Es gibt enorm viele Baulücken die nicht geschlossen würden. Es gibt enorm große Hinterhöfe an denen Feuerschutzwende nach Süden zeigen (also immer schön besonnt werden). Es gibt zig Supermärkte wo nach 4 Metern über dem Boden ein Dach kommt, wo man (aus statischen Gründen natürlich nur durch kompletten Neubau) noch 6 Etagen draufsetzen kann. Es gibt die Flächen.

      Zur Groß Berlin Reform hatte die Alt-Berlin (Die heutigen Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte (mit Wedding&Tiergarten) und der Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow) 2 Millionen Einwohner, heute sind es 700.000. Da kann mir keiner sagen das ist nicht ausbaufähig. Und immerhin gab es damals noch enorme Industrieflächen in Alt-Berlin.

      Wir müssen nur die Baulücken schließen, dann ist in der Berliner Innenstadt locker der Platz für 150.000 bis 300.000 neue Bewohner.

      Meine Aussagen sind ausdrücklich nicht auf Modernisierungsmaßnahmen oder Zweckentfremdung (Ferienwohnungen) übertragbar.

  3. Oje, jetzt tummeln sich hier schon die Leute, die mit bloßem BWL/VWL-Denken meinen, die Welt erklären zu können. Dabei ist doch gerade in den Berliner Aufwertungsgebieten offensichtlich, dass das erkennbar durchsetzbare Mietniveau auf den gesamten Wohnungsmarkt drückt. Wenn nun also die Neubaumieten deutlich oberhalb von 10 Euro/m² liegen, wie z.B. im Prenzlauer Berg, und sich die Nachbarschaft durch Designer-Neubau spürbar in Richtung Edelkiez entwickelt, dann ist es doch nicht schwer zu verstehen, dass dies Altbau-Hausbesitzer dazu animiert, ebenfalls höhere Mieten durchzusetzen bzw. einen ordentlichen Schnitt bei der Umwandlung in Eigentum zu machen. Markt ist eben nicht nur Mathematik, sondern auch soziokulturelle räumliche Entwicklung und eine gehörige Portion Psychologie.

    Denn sonst müssten die Schicki-Investoren ja geradezu die Rettung für den Prenzlauer Berg sein, statt ihm sein urbanes Grab der Segregation zu schaufeln. Der im Vergleich zu anderen Ortsteilen verhältnismäßig massiv ausfallende Neubau schafft ja keinerlei Entlastung, sondern drückt weiter auf die Mietpreise.

    Andererseits bitte ich darum zu bedenken, dass die angeführten Zahlen des Amts für Statistik (http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2011/11-07-05.pdf) für Pankow gelten, also den Großbezirk, und vermutlich zum weit größeren Teil gar nicht den Neubau im Innenstadtgebiet widerspiegeln, sondern den Ein- und Zweifamilienhausbau in der äußeren Stadt. 55% des Berliner Neubaugeschehens betraf nämlich diese Gebäudearten.

    • Jeder Vermieter -außer er hat soziale Motive, aber davon kann man nicht ausgehen und es ist naiv das zu erwarten- wird immer schauen das er soviel Miete verlangt wie es geht.

      Sie vernachlässigen in Ihrer Argumentation volkommen das es kein unendliches Reservoir an Gutverdienern gibt. Selbst wenn Neubau im Prenzlauer Berg Altvermieter zu Sanierungen animiert (welche eh schon durchgeführt wurden und nur begrenzt gehen*) und nebenbei auch gesetzgeberisch unterbunden werden könnten selbst dann bleibt es dabei das ein gutverdienender Neuberliner nicht gleichzeitig in Potsdam sein Häuschen und in Prenzlauerberg und Kreuzberg eine Wohnung haben werden. Wenn also ein Innenstadtbezirk aufgewertet wird, dann senkt das die Nachfrage anderswo. Eine Sozialpolitik die die Gesamtstadt betrachtet kann daher nichts gegen Neubau irgendwo haben. Neubau schafft Angebot und das senkt den Preis. Falls es Mietsteigernde Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung hat, so wirkt dieses Stadtweit zusätzlich mietsenkend.

      *Eine Tiefgarage kann man unter kein Haus buddeln, ein Fahrstuhl nur schwer anbauen, selbst bei Fußbodenheizungen kann man nichts machen, weil der Boden dann hochgelegt werden müsste etc.

    • Nicht das Sie mich falsch verstehen: Ich schrieb das man bei Neubauimmobilien ungefähr 10 Euro pro QM verlangen muss um nicht in die roten Zahlen zu rutschen. Der eigentliche Preis bildet sich am Markt -kann also auch deutlich darüber liegen- nur ist der Markt so das man keine 10 euro verlangen könnte (wie zb lange in Westberlin) dann baut man keine Häuser, man weiß ja das man auf einem Teil der Baukosten sitzen bleiben würde. Zumidest wenn ihm ein Dritter (der Staat) nicht in irgend einer Form Geld dazuschießt. (Garantien, günstige Kredite, Geld bei Leerstand, der Kreativität waren da keine Grenzen gesetzt)

      Das in Westberlin eben trotzdem neu gebaut wurde lag daran das Westdeutschland Gend nach Westberlin gepumpt hatte um die „Bastion gegen den Kommunismus“ zu stärken. Das dies mit planwirtschaftlichen Methoden geschah ist ein Treppenwitz der Geschichte, aber das ist ein anderes Thema.

  4. Lieber DJ Tüddel,
    vielen Dank für deinen nochmaligen Hinweis auf die regionale Unschärfe der Bezirksdaten.

    Auch wenn der Ein- und Zweifamilienhausbau insgesamt etwa die Hälfte des Neubaugeschehens in Berlin ausmacht, so sind es im Bezirk Pankow nur 215 von den über 1.400 im Jahr 2010 errichteten Wohnungen – das sind also nur 15 Prozent.
    (Nähere Infos findest du hier auf Seite 15, Tabelle 12: http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2011/SB_F2-2_j01-10_BE.pdf)

    Wo die anderen 1.200 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern tatsächlich gebaut wurden, wissen wir nicht, aber allein die sichtbaren Neubauaktivitäten der Luxuswohnanlagen und Baugruppenhäuser in Prenzlauer Berg und den angrenzenden Altbaugebieten von Pankow und Weißensee deuten darauf, dass ein nicht unerheblicher Teil genau dort errichtet wird.
    Eine gründliche Recherche wäre sicherlich prima, die von Dir angeführten Ein- und Zweifamilienhäuser jedoch widerlegen meine Thesen erst einmal nicht unmittelbar. Über weitergehende Informationen und Erkenntnisse würde ich mich aber sehr freuen.

    Beste Grüße,
    AH

  5. Neubau heisst auf einem deregulierten Markt immer, dass auch in der Umgebung die Mieten steigen im nicht-Neubau. Die ganze Dynamik dahinter funktioniert andersherum auch mit der Städtebauförderung. Gibt es bestmmt nen Fachbegriff für, aber ich nenn es mal den Lemminge-Effekt.
    Wenn also in bestehenden Stadtteilen neu gebaut wird, so steigen im direkten Umfeld die Mieten. Was das für die Alt-WohnerInnen heisst sollte klar sein. Dazu gibt es auch die eine oder andere Untersuchung, die belegt, dass dort wo viel neu gebaut wurde in der Innenstadt auch der Sozialindex gestiegen ist – und zwar deutlicher als es alleine durch den Neubau zu erklären wäre.
    Noch was: Neubau absorbiert nicht zwangsläufig die Nachfrage. Das ist Unfug. Er kann Sie auch ganz einfach nur generieren. Beispiel: Ich kauf meiner Tochter zum Studium nen Appartment in meiner Heimatstadt. Die hätte auch zu Hause oder in ner WG wohnen können.
    Ganz generell: Angebote befriedigen nicht nur die Nachfrage; sie schaffen sie leider auch erst. Wer braucht denn alle sechs Monate ein neues Handy? Warum kauft es aber doch ein Viertel der Bevölkerung so häufig? Von schrottiger Popmusik ganz zu schweigen…
    Auch werden – und das ist mal gut denke ich – bestimmte Haushaltsformen erst durch viel Angebot ermöglicht. Paare sind nicht mehr dazu gezwungen zusammen zu wohnen, sondern können das entscheiden – ökonomische Potenz vorausgesetzt (und da steckt das Problem).
    Das Reservoir an gutverdienern ist begrenzt – aber die Grenze ist für Berlin wohl noch lange nicht erreicht.

  6. ich wuerde gerne wissen, da immer gegen Neubauten im „Luxus“ Segment gewettert wird, ob es ueberhaupt einen Unterschied gibt, in welchem Segment Wohnungen gebaut werden, solange sie gebaut werden? Neue Luxuswohnungen machen doch Platz in anderen Segmenten und billige Wohnungen gibt es ja genug in Berlin?

    • Wie kommst du darauf zu behaupten, dass es genug billige Wohnungen in Berlin gibt? Dagegen sprechen die Mietspiegel der vergangenen Jahre und auch die Analysen und Erkenntnisse dieses Blogs.
      Die billigen Wohnungen werden immer weniger, auch in den Nicht-Trend-Bezirken (—-> Artikel zu „Umzugsketten“).
      Hier wird manchmal so kommentiert, als ob davon nur die bösen Arbeitslosen betroffen wären, die eh mal arbeiten gehen sollten.
      Aber es betrifft auch Familien mit eher geringerem Einkommen, Rentner, …

  7. Oh Mann, Enzo, Du hättest mal eine richtige Logik-Vorlesung besuchen sollen und nicht den neoliberalen Stuss, den Dir deine VWL/BWL-Professoren vorgesetzt haben:

    „Neubau schafft Angebot und das senkt den Preis.“

    Na prima, damit sackt man zwar ein, zwei Punkte in der Mikroökonomie-Klausur ein, hat aber nur bewiesen, dass man keinen blassen Dunst davon hat, wie der Hase in der wirklichen Welt läuft. Jetzt stellen wir uns mal vor, die Schickimicki-Invest GmbH kauft ein Grundstück im P’berg und setzt dort einen großen Wohnblock mit dem schmucken Titel „Mächtig Gel im Haar und nix in der Birne“ drauf.

    Klar, damit spricht man eine gewisse kaufkräftige Klientel an, die zur Not eben mit der Kohle der Eltern aus Stuttgart sich eine Luxus-ETW zulegt. Aber nun denken sich die Eigentümer der umliegenden Immobilien: „Mensch, so viele schick angezogene junge Leute, und super Architektur hier in der Ecke beim Gel&Hirn-Bau, nicht so wie früher mit den Punks und so… Das macht den Kiez doch gleich 120 % kosmopolitischer und überhaupt, hat Franz aus München mir nicht letztens gesagt, dass da neulich sogar in der New York Times…?“ Und so denkt er sich, dass er eben selbst ein wenig an der Preisschraube drehen kann. Wäre ja schön dumm, wenn nicht! (Diesen Schluss hast Du ja selbst schon gezogen, nur mit der Verknüpfung zweier nur scheinbar unkorrelierter Tatbestände scheint’s noch etwas zu hapern.)

    Tja, um mal zum Schluss zu kommen, lieber Enzo (Du bist wahrscheinlich eh nur eine „sockpuppet“ von einer PR-Agentur, und Du geilst Dich noch darauf auf, dass Du für 400 Eier im Monat auf Blogs Unsinn schreiben darfst): tiefgründige Gedanken waren bei Dir im Studium ja nicht so hoch im Kurs, gelle? Ansonsten hättest Du schon eingesehen, dass das mit dem Angebot und der Nachfrage und der unsichtbaren Hand beim ollen Adam Smith doch nicht so läuft, wie es das Leerbuch (sic!) gerne hätte.

    Aber das braucht Dich nicht zu irritieren, denn Du ziehst Dir bestimmt wieder einen Latte Machiato mit einer Kugel Hollundereis im schicken Cafe um die Ecke rein und lässt’s Dir gut gehen. Hau rein, Alter!

    • Ich finde Ihre Unterstellungen Nivealos. Ich fahre keine politische Kampanie für irgendwen. Das Sie so etwas glauben zeigt das die Stimmung bereits an einem Punkt angekommen ist bei der nicht mehr rationalen Argumenten gehört werden kann. Niemand interessiert mehr Ursache und Wirkung.
      An sich wäre das noch nicht schlimm, aber dadurch das viele in Berlin so denken werden Neubauprojekte verhindert, und dieses wird sich zukünftig Mietsteigernd auswirken. Der Zeitpunkt Bauprojekte zu bevördern ist jetzt günstiger als er in der Vergangenheit war und er ist besser als er es in der Zukunft sein wird.

      Warum? Schaut mal in die Zeitung! Kein Tag vergeht an dem Sparer (Leute die Geld im Sinne von Eurobeträgen haben) verunsichert werden. Kein Tag an dem nicht suggeriert wird das die Stabilität des Euros gefärdet ist. Kein Tag an dem nicht noch eine neue Hiobsbotschaft an den Himmel gemalt wird. Der Goldpreis steht bei fast 1600 USD. Die Leute haben Angst um ihr Geld. Aktien sind auch keine passend alternative für Sparer. Bleibt neben Gold nur: Ja Immobilien. Nie war der Zeitpunkt besser Bautätigkeit zu generieren. Die Verzinsung wird sehr Mager sein (also falls es nicht zu einer Hyperinflation kommt) aber das soll nicht unsere Sorge sein. Interessant wäre eine Statistik wieviele der so oft beklagten „Eigentumswohnungen“ wirklich von Ihren Besitzern bewohnt werden, und wieviele Weitervermietet werden.

      Hier ein Artikel über die steigenden Immobilienkaufpreise: http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13485138/Angst-vor-Euro-Crash-loest-Immobilien-Run-aus.html Diese höheren Preise auf dem Sekundärmarkt macht es Immobilienentwicklern leichter Häuser zu bauen, Häuser die helfen werden die Mieten zu drücken. Denn ein Überangebot wird -entgegen vieler hier getätigten Behauptungen- negativ auf die Mietentwicklung auswirken. Wenn wir Berliner uns nicht bescheuert anstellen, dann kann die Euro-geht-den-Bach-runter Angst als Wohnungsbauprogramm ohne Staatskosten verwendet werden. Wir haben die Flächen, und das Baugeld ist da. Es fehlt nur noch der wille!

      • hallo enzo,

        guter, passender kommentar. wenn der normalbevölkerung auffällt das ihre sparguthaben immer weiter den bach runtergehen (und das bei ca. 4,8 billionen euronen ohne immobilienbesitz) werden sich einige hier im blog noch umdrehen auf welche höhe dann die immobilienpreise noch schiessen werden wenn der crack-up-boom beginnt und edelmetalle nicht mehr verfügbar sind. da werden noch etliche in den immobereich transferieren, auch falls wieder ein lastenausgleich erfolgen wird. außerdem sollten sich die steten meckerer hier auch mal vor augen führen, dass die mietsteigerungen heruntergebrochen auf die letzten 20 jahre lediglich ein inflationsausgleich waren, alles andere hätte indirekt eine schleichende enteignung der immobilienbesitzer bedeutet.

        @narziss: ich wurde hier im blog auch schon mal als auftragsschreiber verdächtigt, scheint so eine art totschlagargument zu sein um leute zu diskreditieren. traurig das das in der realität nicht stimmt. an stelle eine fruchtbare diskussion zu haben die auch leuten wie dir mal eine andere betrachtungsweise zugänglich macht, würst du das auf billigste weise ab. scheinbar hat dich der wunsch nach dem eigenen wohlergehen auch deinen nickname wählen lassen. aber lass dir gesagt sein, mit der kommenden wirtschaftskriese wird jeglicher narzissmus sterben, weil dann kein platz mehr dafür sein wird. da werden probleme auf dich zukommen, wo du dir die heutige zeit zurückwünscht…..

    • narziss hat meiner meinung nach eindeutig recht, wenn es hier um den prenzlauer berg geht! ich frage mich, ob enzo oder MBE den bezirk überhaupt kennen – bzw die geschichte. es geht nicht darum altes zu konservieren, aber darum es maßvoll zu entwickeln. was aber teils im osten von berlin passiert bzw von der politik zugelassen wird ist einfach nur widerlich. geld soll nun alles sein. wer keins hat? egal – weg damit – ab nach marzahn! ob du hier geboren bist, egal, ob du seit 50 jahren hier wohnst und dich engagiert hast – für den bezirk. damit er geworden ist, was er war. EGAL?
      wer die kohle hat – der sogenannte sparer (danke enzo – das ist der größte witz)- soll das letzte wort haben. es gibt leute, die einfach nur ihre ruhe haben, wollen, leben, wo sie heimatlich verwurzelt sind, die wollen arbeiten, aber nicht einfach nur einfach für geld. die wollen etwas entwickeln, der gesellschaft etwas geben. schade, dass dir scheinbar solche dinge fremd sind. lies doch mal etwas über die vorgänge im prenzlauer berg, bevor die wende kam. hätten die positiv wirkenden protagonisten damals einen geldlohn für ihre leistung gefordert, dann hätten tausende wessis jetzt keine wohnung mitten in berlin beziehen können… ein bißchen mehr maß und respekt wäre doch oft angebracht.
      weil der mensch aber ist wie er ist, muss man dann solche fachidiotien wie eure hier lesen. wie man sieht, wenn einfach nur pseudoökonomisch die vernunft ausblendend wird, produziert man mit der umsetzung eurer theorien nur hass und das soll dann förderlich sein für ein zusammenleben?
      zu MBEs lustigen letzten satz möchte ich noch anmerken, dass wenn die sogenannte krise dann wirklich mal zulangt sind die meißten zugezogenen sofort wieder bei mama im ländle oder in HH. da muss man dann nicht nebeneinander im schützengraben liegen und die gute alte zeit bedauern.

      • 1) Es geht darum das NEUBAU die Mieten nicht ansteigen lässt weil er das Angebot ausweitet. Man kann nicht jetzt mit früher vergleichen, sondern muss sehen was jetzt wäre wenn nicht neu gebaut worden wäre, bzw was Morgen ist wenn nicht neu gebaut wird.
        2) Das die Entwicklungen sich in P-Berg schneller ändern als anderswo liegt an den politischen Umständen. Das ist noch kein Argument für Neubau.
        3)Schauen Sie sich mal in der Republik um, wo die Immobilienpreise höher sind: In Orten die Neubau zulassen, oder in Orten die es unterbinden…
        4) „Sparer“ ist ein Begriff um diejenigen zu unterscheiden die Geld halten, von denen die bereits andere Dinge haben Aktien/Immobilien/Gold etc. Eben diese wollen jetzt aus dem geld raus. Deshalb gibt es jetzt billiger als sonstwann Baurisikokapital. Die Chance durch politische Verzögerung versteichen zu lassen ist in jedem Szenario [hohe Inflation kommt/hohe Inflation kommt nicht] sozialpolitisch Dumm. Daher kritisiere ich die unreflektierten Aussagen zu Herr Holm, der laufend den Neubau verteufelt und in keiner weise auf die Zusammenhänge eingeht. Statt dessen Fordert er Bauprogramme wobei jeder weiß das Sie nicht finanzierbar sind, es sei denn er hätte eine Finanzierungsidee, von der er nie schrieb. Aber in dem er die marktkritischen Tendenzen der Bevölkerung aufgreift und die mietsenkenden Marktreaktionen hemmt, führt sein Handeln, bzw. die von ihm Unterstützte Geisteshaltung zu höheren Mieten in der Zukunft.
        5) Und wenn jetzt Wohnungen einzeln gekauft und weitervermietet werden, dann spricht das dafür das kleinere Einkommen jetzt in das Vermietungsgewerbe einsteigen (warum lesen Sie oben); das ist doch klar. Wer ein ganzes Haus kauft und weitervermietet hat mehr Geld als einer der zwei 40qm Wohnungen kauft. Der eine ist ein Multimillionär, der andere hat ein paar Hunderttausender. Das kann auch ein Ingeneurspaar sein, muss kein Erbe sein. Der ist nicht Arm, aber das waren Vermieter NIE. Jedenfalls ist nicht jede „Eigentumswohnung“ vom Eigentümer bewohnt. Eigentumswohnung heißt nur das nicht alle Wohnungen in einem Haus einer Person gehört. Daher bringt ein Haus dessen Wohnungen einzeln verkauft werden Angebot auf den Mietmarkt, und die Wohnungen die vom Eigentümer bewohnt werden ziehen Angebot ab.

  8. Naja in Berlin sind die Immobilien noch vergleichsweise günstig, versucht es mal in Hamburg…

    • ich weiß jetzt nicht, ob damit das kaufen von immobilien gemeint sein soll oder einfach nur das mietpreisniveau. zur sicherheit aber nochmal das manchmal gerne vergessene argument, dass mietpreishöhen immer in relation zu den einkommensverhältnissen vor ort gesehen werden müssen (mietbelastung). wenn man nun also städte miteinander vergleicht, muss man sich die mietbelastung angucken, und da ist das wohnen zumindest im unteren preissegment in berlin schon seit 2006 etwa genauso teuer wie in hamburg oder münchen. (IBB-Wohnungsmarktbericht 2010)

  9. […] Der Sozialrechtsexperte zitiert die Berliner Morgenpost mit der Meldung, dass innerhalb eines Jahres 2.000 Hartz-IV-Empfänger/innen mehr nach Spandau, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf umgezogen sind, als von dort in die Jobcenter anderer Bezirke gewechselt haben. Quelle: Gentrification Blog […]

  10. Jetzt mal eine Soziologen- und Ökonomenlaienmeinung: Bei einer guten Durchschmischung der Wohnbevölkerung besteht immerhin die Möglichkeit, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Bewohner angleichen und ein besseres „Nebeneinander“ entsteht. Volkswirtschaftlich dürfte das erhebliche Vorteile haben. Eine vollständige oder überwiegende Verdrängung ganzer Bevölkerungsgruppen in die Randbezirke bewirkt das Gegenteil. Wenn die Menschen nur fühlen, dass sie dazu gehören, kann es oft für sie schon ausreichend sein, den Anschluss nicht endgültig zu verpassen.

    Übrigens: Sehr guter Bolg! Gefällt mir.

    • Die „soziale Mischung“ ist ein politisches Feigenblatt und wird ganz gerne herbeigelobt, wenn es darum geht vorallem gesellschaftlich benachteiligte Stadtteile aufzuwerten.
      Wie zahlreiche Studien belegen, sieht die Wirklichkeit leider ganz anders aus: räumliche Nähe sozial unterschiedlicher Schichten hat idR eine umso grössere soziale Distanz zur Folge.

      • Wenn dem so ist, dann gibt’s nur wenig Hoffnung für den angleich der Bevölkerung. Liegt es vielleicht daran, dass leicht besser gestellte Armut und damit die armen fürchten? Mir scheint das jedenfalls nicht so abwegig.

  11. […] es kein Zufall, dass die meisten Ferienwohnungen ausgerechnet dort angeboten werden, wo auch die Neubauaktivitäten im Luxuswohnbereich am stärksten ausgeprägt sind. Wegen der hohen Bestandsmieten in den gentrifizierten […]


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