Verfasst von: ah | August 23, 2013

Interview zum „Recht auf Stadt“ (leftvision)

Inzwischen hat das Internet-Video-Kollektiv leftvision  auch den 2. und 3. Teil des Sommergesprächs online gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle für die tolle Arbeit von leftvision!

 

Andrej Holm im Gespräch (Teil 3): Recht auf Stadt

 

Andrej Holm im Gespräch (Teil 2): Stadt und Kapital

 

Andrej Holm im Gespräch (Teil 1): Gentrification heißt Verdrängung

 

 


Responses

  1. hallo, wäre schön, wenn die videolinks hinter den bildern funktionieren würden (kommt leider häufiger vor). lg, rh

  2. Reblogged this on Neukölln 2.0 and commented:
    “Recht auf Stadt”: @andrejholm im Gespräch mit @leftvision http://buff.ly/156if66

  3. Die vierteilige „Radiokolleg“-Sendungsreihe vom ORF Radio Österreich 1 „Recht auf Stadt“ ist auf jeden Fall auch hörenswert🙂

    Info und Links: http://oe1.orf.at/radiokolleg
    (allerdings nur eine Woche lang nachzuhören, d.h. Teil 1 bis zum 1. September, Teil 2 bis zum 2. September etc., unter http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand )

  4. Vorweg: Was jetzt kommt, sind v.a. Ergänzungen, Zweifel und Widersprüche. Die Bereiche der Übereinstimmung will ich nicht aufzählen, da dies nicht diskussionsfördernd ist.

    Der Gentrifizierungs-Begriff ist eigentlich ein politisch-ökonomischer, der eine sozio-kulturelle Oberfläche beinhaltet. Die Entpolitisierung des Begriffs passiert dort, wo nur die Oberfläche beschrieben wird, ohne die ökonomischen und klassenspezifischen Hintergründe zu beleuchten. An dieser Stelle bietet das Interview viele Punkte, die der Entpolitisierung entgegen wirken können. Es gibt meiner Meinung nach aber auch eine Reihe von Vernachlässigungen oder einseitigen Zuschreibungen.

    These im Interview: „Wir können uns also nicht vorstellen, dass irgendjemand mit Wohnungen Geld verdienen kann in einem Viertel wo es viele Arme gibt, ohne die Bewohner auszutauschen.“ – Das ist falsch, denn auch über die immer höhere Wohnkostenbelastung von Mieter/innen mit wenig Geld und die immer dichtere Belegung ihrer Wohnungen, möglicherweise bei Verwahrlosung der Gebäude, also Minimierung der Instandhaltungskosten, lässt sich Profit erzielen. Das hängt ab von den jeweils lokalen Möglichkeiten, der Rent Gap, und der Not der Mieter/innen, höhere Mieten aus Angst vor Wohnungslosigkeit hinnehmen zu müssen. Verdrängung klappt dort, wo die Mieter/innen (noch) Ausweichmöglichkeiten auf günstigere Wohnungen haben. Wo dies kaum noch klappt oder die Nachteile des Wegziehens aus zentraleren Lagen zu hoch sind, erleben wir die sogenannte „innere Verdrängung“, d.h. dramatische Verschlechterung der Wohnqualität am gleichbleibenden Ort.
    Ist der v.a. aufwertungsorientierte Blick im Interview den spezifischen Erfahrungen aus Prenzlauer Berg geschuldet? Oder den Erfahrungen von (unteren) Mittelschichtlern und deutlich mobileren Wohnungsnachfrager/innen, die aso mehr Ausweichmöglichkeiten haben als andere?

    Gut: Die Akteure auf der Eigentümerseite (Zinshaus-Eigentümer vs. Investoren mit sehr viel kürzeren Inwertsetzungszyklen) und die Einflüsse ihres Profitstrebens werden beleuchtet.

    Indirekte These im Interview: Nicht die Knappheit des Angebots lässt die Preise steigen, sondern das Profitinteresse der Anbieter.
    Aber: warum können sie dies heute durchsetzen im Gegensatz zu anderen Zeiten? Gab es in Zeiten stagnierender Mieten stets weitergehende Mieter/innenrechte und -widerstände?

    Weitere These im Interview: Ein Überhang an Wohnungen führt nicht zu einer Preissenkung (in allen Wohnungsmarktsegmenten).
    Aber: Würde ein Angebots-Überhang an Wohnungen die Durchsetzungsmöglichkeiten weiterer Preiserhöhungen nicht drastisch einschränken (wie z.B. in der 2. Hälfte 90er und Anfang 2000er geschehen)?

    These im Interview: Neubauprogramm ist ein Programm für die Beschleunigung immobilienwirtschaftlicher Investitionen, deren soziale Konsequenzen weder abzusehen sind noch kontrolliert werden können.
    Aber: Müsste man dann nicht über die Art und die Akteure des Neubaus diskutieren, statt den Neubau als Unsinn hinzustellen?
    Aber Nr. 2: Was wäre denn bei einer Politik abzusehen oder zu kontrollieren, die einseitig auf Mietpreisbegrenzung setzt (eine komplette Verstaatlichung mal außen vor gelassen, da es ja auch um kurzfristigere Ansätze gehen sollte)? Es wäre klar, dass viel mehr unter der Hand weitervermietet würde und dass die Diskriminierung und Ausgrenzung benachteiligter Nachfrager nicht verhindert werden könnte.

    Gut: Langfristige Lösung wird nicht über Neubau erreicht werden, sondern über Dekommodifizierung, also Vergesellschaftung des Wohnraums.
    Aber: Warum wird dann nicht über den tatsächlichen Bedarf an mehr Wohnraum gesprochen? Warum fällt dies unter den Tisch? Warum kein Wort zur jährlich um über 40.000 steigenden Einwohner/innenzahl Berlins? Sollen die Leute, die bei der Verengung des Wohnungsmarkts hinten runter fallen, warten, bis wir Hanseln mal ne Revolution zustande gebracht haben? Ja: Zum Teufel mit dem ausschließlichen Beharren auf politischem Konsequenz-Getue, wenn es um tatsächliche konkrete Nöte geht!

    Wer gehört denn zu der „Immobilienverwertungskoalition“? Die städtischen Unternehmen gleichermaßen wie die Umwandlungsstrategen? Im Interview klingt es, als müssten wir diese gleichermaßen alle delegitimieren, doch wer profitiert von einer fortgesetzten Delegitimierung der städtischen Gesellschaften? Am Ende doch nur Umwandler und Bauer von Eigentumswohnungen.

    Glaubst du tatsächlich, dass das Modell des Mietshäusersyndikats die aktuelle Berliner Wohnungsfrage lösen kann? So sympatisch das Modell ist, werden von einer politischen Förderung dieses Ansatzes nicht vor allem alternative, selbstorganisierungsbegeisterte Mittelschichtler profitieren?

    • Lieber DJ Tüddel,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar zu den Videos.

      Vielleicht vorweg auch von mir eine Einordnung:
      1. Wir haben das Gespräch bewusst allgemein gehalten und es war nicht das Ziel, die Berliner Situation in allen Details zu beschreiben.
      2. Es ging inhaltlich um eine Einführung ins Gentrification-Thema, andere städtische Prozesse und Konflikte werden deshalb nur am Rande oder auch gar nicht angeschnitten.

      Vor diesem Hintergrund formuliere ich auch die Antworten auf deine Fragen:
      a) Gibt es nicht auch erfolgreiche immobilienwirtschaftliche Investment-Strategien ohne eine Verdrängung?
      b) Ist es letzendlich nicht doch die Wohnungsknappheit, die zu steigenden Mieten führt?
      c) Schließt die Delegitimierung der Immobilien-Verwertungs-Koalition nicht auch die Schwächung der kommunalen Unternehmen mit ein?

      zu a) Spekulation ohne Verdrängung?

      Die von dir beschriebene Verschlechterung von Wohnbedingungen für Mieter/innen mit wenig Geld können wir in Berlin und anderen Städten tatsächlich beobachten. Sie werden von dir als individuelle Kompensationsstrategien gegen steigende Mieten und einen Mangel an Ausweichmöglichkeiten gedeutet. Das leuchtet ein, auch wenn wir empirisch im Moment nicht wissen, ob es der Wunsch in der Innenstadt zu bleiben oder der generelle Mangel an preiswerten Alternativen ist, der die von dir beschreibenen Einschränkungen erzwingt. Wenn wir dem rent-gap-Argument folgen, könnte diese „innere Verdrängung“ auch als Zwischenstadium zur Verdrängung aus dem Gebiet angesehen werden. Die letzte Mieterhöhung konnte durch Unterviermietung und Zweitjob gerade noch so kompensiert werden, doch schon die nächste Erhöhung kann den Auszug erzwingen.

      Die von dir beschriebenen Gewinnstrategien durch Desinvestment (Reduzierung der Ausgaben) werden in internationalen Studien als Slumlording beschrieben und können als Reaktion auf das fehlen einer rent-gap interpretiert werden. Gerade, weil es keine höheren Ertragsmöglichkeiten gibt, wird auf das Zurückfahren der Ausgaben gesetzt. Für die meisten Berliner Stadtteile trifft das im Moment nicht zu, denn die Wiedervermietungsmieten liegen in fast allen Wohnungsbeständen deutlich über den Bestandsmieten. Aus meiner Sicht ein umfassender Anreiz zum Mieterwechsel. In der Praxis können sich rent-gap-Orientierungen aber mit Desinvestment-Strategien überlagern, z.B. auch, weil in besonders vernachlässigten Wohnungsbeständen die Mieter/innen nach und nach entnervt ausziehen und dann leer Wohnungen neuvermietet, aufgwertet oder umgewandelt werden können. Im Interview wird vielleicht nicht deutlich genug, dass der von dir zitierte Satz sich auf die Strategien der Ertragslückenschließung von rendite-orientierten Eigentümer/innen bezieht.

      zu b) Lässt Wohnungsmangel die Mieten steigen?

      Wie oft in den Debatten zum Neubau-Mythos wird in deiner Argumentation eine Kurzschluss zwischen Ursache-Wirkungsanlyse und Lösungstrategien deutlich. Klar stimmt es, dass eine allgemeine Wohnungsknappheit, die Konkurrenz der Wohnungssuchenden anheizt und die Bereitschaft zur Zahlung höherer Mieten erhöht. Im Lichte der Gentrificationdebatte erhöht der Wohnungsmangel die potentiell möglichen Erträge und bringt so einen rent gap hervor, die es sonst nur für ein kleines Spektrum exklusiver Wohnungen geben würde.
      Mein Argument ist, dass es nicht nur einer solchen Ertragslücke bedarf, sondern auch der Möglichkeit, diese faktisch zu schließen (weil Umwandlungen nicht eingeschränkt werden oder Wiedervermietungsmieten nicht begrenzt werden z.B.). Die Umsetzung solcher Verwertungsmöglichkeiten schlägt sich dann wieder in einem Verdrängungsdruck nieder (siehe oben).
      Selbst ein massiver Neubau würde an dieser Situation kurzfristig nichts ändern, deshalb finde ich es aus der Perspektive von Mieterinitiativen ausgesprochen sinnvoll und legitim, zuallererst den Erhalt von preiswerten Mieten im Bestand zu fordern und durchzusetzen.

      Recht hast du, wenn du eine Diskussion darüber einforderst, was denn für Wohnungen neu gebaut werden sollen (möglichst von gemeinnützigen Trägern mit dauerhaften Sozialbindungen). Rationale Marktakteure werden solche Wohungen nicht errichten und überhaupt wird es unter Marktbedingungen schwer sein, die gewünswchten konditionen umzusetzen (siehe Diskussion von Kommunalen WBG und Genossenschaften, zur Schwierigkeit, preiswerte Wohungen zu bauen).

      Was wäre die Voraussetzungen für einen sozialen Wohnungsneubau? Entweder ganz viel Fördergeld oder aber die weitgehende Dekommodifizierung der Wohnungsversorgung. So würde etwa die massive Einschränkung von Verwertungsmöglichkeiten zu einer „Kapitalflucht“ aus dem Wohnungsmarkt führen und die so entstehende Lücke könnte dann von anderen, gemeinnützigen, sozialen Wohnbauträgern übernommen werden.
      So hat beispielsweise der Architekturkritiker Michael Zinganel das „Geheimnis des Roten Wien“ gelüftet:
      „Mit der progressiven Besteuerung von privatem Immobilienbesitz und durch die Aufrechterhaltung des Mieterschutzes (…) gelang es der Stadtverwaltung, den privaten Wohnungsmarkt zum Erliegen zu bringen und als einziger (…) Anbieter preisgünstig die freien Grundstücke anzukaufen.“ (Zinganel 2003: 182)
      Letztendlich landen wir also auch hier wieder bei der Einschränkung von Verwertungsmöglichkeiten und nicht bei entkoppelten Neubauphantasien.

      zu c) Schwächt die Delegitimierung der Immobilienverwertungskoalition nicht den lokalen Staat und seine Wohnungsbaugesellschaften?

      Mit dem Begriff der Immobilien-Verwertungs-Koalition (IVK) versuche ich ja zunächst vor allem ein institutionell-adminsitratives Feld zu beschreiben, in dem spezifische Interessen der Stadtentwicklung ausgehandelt werden. Die Rolle der einzelnen Akteuer und Gruppen darin ist nicht statisch und verändert sich im Laufe der Zeit. Darauf sollten die Strategien der Delegitimierung abgstimmt sein. Insbesondere Stadtverwaltungen und kommunale Wohnungsbaugesellschaften werden von Mieterorganisationen und -initiativen in der Regel dafür kritisiert, ihre soziale Ausfgabe nicht ausreichend wahrzunehmen. Insofern betrifft die Delegitimierung aus meiner Sicht nicht die Existenz von Stadtverwaltungen oder städtischen Wohnungsbaugesellschaften, sondern vor allem ihre marktorientierte Ausrichtung.

      Sollten sich eine mehrheitsfähiger Konsens durchsetzen, dass die Wohnungsversorgung nicht marktförmig organisert gehört, werden sicher einzelnen Akteure der aktuellen IVK Teil eines neuen Wohnungsversorgungssystems werden (z.B. Teile der Verwaltung, Teile der Bauwirtschaft, Architekten, Stadtplaner und möglicherweise auch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften etc.). Dazu würden aber auch Akteure kommen, die jetzt nicht mitspielen dürfen (wie z.B. das Mietshäusersyndikat). Ich habe im Interview nicht gesagt, dass das Miethäusersyndikat die Wohnungsfrage lösen kann, sondern habe es als ein Beispiel benannt, in dem Organisationsstrukturen, Bewirtschaftungsformen und Mitbestimmungsmodelle für einen nicht-profitorientierten Wohnungsbau erprobt werden. Die Entwicklung von machbaren und tragfähigen Alternativen – so meine Argument – sollte eine (nicht die einzige) Säule einer mietenpolitischen Bewegung sein.

      Soweit der Versuch von Antworten auf deine Fragen. Beste Grüße,

      AH

  5. Klar, das Interview war zum Thema Gentrifizierung und nicht Wohnungspolitik. Andererseits war es auch zum Recht auf Stadt. Und ist das denn nur ein Recht der augenblicklichen/bisherigen Bewohner? Das statistische Landesamt gibt für 2012 einen Einwohnerlnnenzuwachs von 49.000 Personen an. Im gleichen Jahr wurden 5.400 neue Wohnungen fertiggestellt. Mir erscheint es angesichts solcher Realitäten unverantwortlich, den Begriff eines „Neubau-Mythos“ in die Welt zu setzen. Du erweckst – so scheint mir – unter einer größeren Menge der Zuschauerinnen den Eindruck, es gäbe in Berlin eine Art Neubau-Verschwörung, und wir bräuchten den tatsächlich gar nicht. Du sagst, Neubau an sich könne keine Mieten senken. Was du nicht sagst ist meiner Meinung nach aber das Problem. Du könntest z.B. sagen: „Angesichts der wachsenden Berlin Bevölkerung brauchen wir zusätzliche Wohnungen, nur das allein bringt noch keinen Mietenstopp.“ Etwas in der Art sagst du nicht, und dadurch erweckst du einen falschen Eindruck. Und ich frage mich immer, ob du dies bewusst tust oder nur aus Nachlässigkeit.

    Wir können natürlich auch einen allgemeinen Zuzugsstopp nach Berlin verhängen, bis die Sache mit dem Mietrecht und der Vergesellschaftung des Wohnraums geklärt ist…

    • Lieber DJ Tüddel,
      ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Kommentarfunktion hier der geeignete Ort ist, diese komplexe Diskussion zu führen. Ich versuche aber nochmal ein paar Argumente von mir zu erklären:

      1) Neubau-Mythos: Der von mir kritisierte „Mythos“ bezieht sich auf das in breiter Front von Bauwirtschaft bis Mieterbund artikulierte Versprechen, Neubau würde die Mietpreise drücken. Das wird er, nicht (jedenfalls nicht für die notwendigen preiswerten Mietbestände), solange er sich an marktwirtschaftlichen Vorgaben orientiert. Deine Diskussion zu einem Neuen Sozialen Wohnungsbau habe ich ja aufgegriffen (und glaube ich auch deutlich gemacht, dass ich das für sehr sinnvoll halte).

      2) Perspektive der Argumentation: In Städten ganz allgemein prallen ja sehr unterschiedliche Interessengruppen aufeinander und entsprechend unterschiedlich sind die Ausgangspunkte, aus denen wir Dinge betrachten und beurteilen. Mein Ausgangspunkt hier im Blog sind die Interessen der Mieter/innen mit geringen Einkommen, die von Mietsteigerungen und Verdrängungsdruck betroffen sind. Gerade erst wurden die Zahlen veröffentlicht, dass über 21% der Berliner Haushalte Einkommen unterhalb der Grenze haben, die als Armutsrisiko gelten – das sind fast 430.000 Haushalte. Für die Mehrzahl dieser Haushalte bemisst sich die Qualität einer Wohnungspolitik oder auch Neubauaktivität in der Stadt vor allem daran, ob die Zahl der preiswerten Mietwohungen gesunken oder gestiegen ist. Wenn mir irgendjemand überzeugend erklären kann, dass Neubau (egal wie, nur weil er stattfindet) tatsächlich den Bestand an preiswerten Mietwohnungen in der Stadt erhöht, bin ich sofort dabei, das zu unterstützen.
      Die von dir eingenommene Perspektive – „wachsende Bevölkerung braucht ja auch mehr Wohnungen“ – stimmt in ihrer banalen Logik, blendet aber die sozialen Aspekte der Wohnungsversorgung aus. Der Blick auf abstrakte Gesamtnotwendigkeiten ist eine klassische „seeing like a state“ Perspektive, die ich auch sonst eher selten einnehme.

      3) Neubauverschwörung: Da hast du einen schönen Begriff geprägt – tatsächlich haben wir es ja mit einer sehr breit aufgestellten Interessensgemeinschaft zu tun, die Neubau als Herzstück der Wohnungspolitik verstehen und verkaufen will. Die dort aufgerufenen Marktlogiken – „mehr Nachfrage braucht mehr Angebot“ – haben eigentlich ausreichend Präsenz in den stadtpolitischen Debatten und brauchen nicht auch noch von mir reproduziert werden.

      Was ich tatsächlich nicht verstehe, ist die Motivation für die Neubau-Obession, die in deinen Beiträgen teilweise durchschimmert. Warum und für wen wäre es wichtig wenn ich sage, „Neubau ist für die Versorgung einer wachsender Bevölkerung notwendig, wird aber die Wohnungsfrage für die 430.000 Haushalte mit geringen Einkommen nicht lösen“? Am Ende wären wir doch wieder dabei, zu fragen, wie preiswerte Mietwohnungen erhalten oder anderweitig geschaffen und durchgesetzt werden können und müssten uns um Dekommodifizierungsperspektiven kümmern.

      Beste Grüße,

      AH

  6. echt tolle Videos, danke für die verständliche Erklärung

  7. Man sollte diesbezüglich in Betracht ziehen, das hier bei einer Investition in den Neubau weiterer Wohnraum geschaffen wird. Heißt auch, das die Mietpreise nicht weiter steigen.


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