Verfasst von: ah | November 14, 2013

Social Media für soziale Mieten (Aufruf zum Mitmachen)

Steigende Mieten und die neu entdeckte Lust am Geschäft mit Wohnraum haben in vielen deutschen Städten eine neue Generation von Protest hervorgebracht. Frustriert über die Unentschlossenheit der Politik und die Hilflosigkeit der großen Mieterverbände haben vielerorts die Bewohner/innen die Wohnungsfrage in die eigenen Hände genommen. Überall dort wo Mietrecht, Wohngeld und politische Auflagen eine Verdrängung nicht verhindern können, haben sich Hausgemeinschaften selbstorganisiert, um sich gemeinsam gegen Mieterhöhungen und Verdrängung zu wehren. Neben dem klassischen Protest-Repertoire der Kundgebungen, Offenen Briefe, Runden Tische wird auch gebloggt, getwittert und bei Facebook gepostet. Die neue Generation des Mietenprotests wäre ohne die neuen Medien nicht zu denken.

Social media sind leicht handhabbar und erleichtern die Kommunikation zwischen den oft fragmentierten Initiativen. Auf Webseiten und Blogs können Forderungen und neue Entwicklungen des Konflikts im Haus schnell aktualisiert werden und finden über emails, twitter, facebook  ihre Verbreitung. Insbesondere kleine Initiativen haben in ihren Auseinandersetzungen mit Eigentümern und Investoren zu wenige Ressourcen, um eine dauerhafte Aufmerksamkeit durch Straßenprotest oder Präsenz in stadtpolitischen Debatten aufrechtzuerhalten. Die virtuelle Öffentlichkeit verändert die Konfliktlage aber nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für potentielle Unterstützer/innen, die politischen Verantwortlichen und nicht zuletzt die Investor/innen.

Hausverwaltungen und Investoren sehen es nicht gern, wenn das eigene Handeln quasi in Echtzeit im Internet dokumentiert wird.  Insbesondere wenn es darum geht, Mietraum in hochpreisige Eigentumswohnungen umzuwandeln, können negative Schlagzeilen zur umworbenen Immobilie die Marketingstrategie empfindlich stören. Nicht selten wird mit Unterlassungsklagen, Anwaltsbriefen oder auch mit Einschüchterungsversuchen in persönlichen Gesprächen versucht, die Abschaltung der entsprechenden Seiten durchzusetzen. Der Kampf um die Häuser ist auch eine Auseinandersetzung um die Definitionsmacht in der digitalen Welt. Vor allem für Mieter/innen bieten die sozialen Medien eine Möglichkeit, den strukturellen Ungleichheiten des Immobilienmarktes zumindest Momente der virtuellen Stärke entgegenzustellen. Like it!

Linkliste selber machen! Gern würde ich hier im Blog einen Überblick zu den vielfältigen Webseiten und Blogs von Mietergemeinschaften geben. Bitte nutzt die Kommentarfuunktion, um links zu solchen Seiten zu sammeln. Schön wäre es, wenn ihr kurz die Stadt, eventuelle den Stadtteil und die Struktur des Konflikts benennen könntet.

Beispiele:


Responses

  1. Berlin, Mitte, Linienstraße 142, http://linien142.wordpress.com

  2. http://pankowermieterprotest.jimdo.com/ Berlin-Pankow, Verdrängung durch Modernisierungen der Gesobau

  3. http://www.yuppie-love.de/ Blog (noch im Aufbau…) zu Gentrifizierungstendenzen in Alt Treptow und allgemein zur Wohnraumsituation in Berlin

  4. Berlin, Prenzlauer Berg, Gleimstraße 52.
    http://gleim52-berlin.blogspot.de/

  5. http://gleim52-berlin.blogspot.de/
    Entmietung durch private Investoren.
    Berlin, Prenzlauer Berg Gleimstraße 52

  6. Berlin, Wedding, Groninger Straße 50.
    groni50.org

  7. http://karlapappel.wordpress.com/ – Initiative gegen Mietpreiserhöhungen und Verdrängung Alt-Treptow

  8. Reblogged this on Neukölln 2.0 and commented:
    Mieter*innen aller Kieze vereinigt Euch!

  9. http://studisgegenhohemieten.blogsport.de/

  10. http://cafereiche.blogger.de/ Stadtteilinitiative rund um die Reichenberger Straße, Kreuzberg

  11. Hallo,
    I am sorry I have to write this message in english, but I am not skilled enough in German to write it.
    I am a French student in sociology (I am doing correspondance studies in France), and I am living in Berlin and work on the theme of gentrification. I would like to meet someone here and have a chat about this subject as I have few themes I would like to approach.

  12. […] mehr betreiben wollte, was bleibt mir dann übrig? Ich kann darauf hinweisen, dass andere das besser und wirksamer machen als ich es je könnte. Ich kann meine Berlin-Geschichte aufschreiben. Ich muss. Es gibt ganz […]


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